Der Waran von Caspar Jenny

Diese Review bezieht sich auf die gebundene Hardcover-Ausgabe „Der Waran“ von Caspar Jenny.
Verlag: Killroy Media | Umfang: 224 Seiten Veröffentlichung: 05.10.15

Klappentext: Schonungslos denunziert der Roman die menschliche Beziehung als ein von Kalkül und Machtbesessenheit bestimmtes Verhältnis. Der Biss des Warans ist der Biss der „Alten“, einer Mutter, die ihre Töchter buchstäblich zu Tode beisst. Die Familie als todbringender Ort korrespondiert mit Ausrottungsfantasien, wie sie in jeder faschistoiden Ideologie vorherrschen. Der Vernichtungswille der Alten geht Hand in Hand mit rassistischen Motiven, die im Schrecken des Völkermords gipfeln. Der Waran steht für das irrationale und amoralische Wesen des Menschen. Er schafft Strukturen, die für andere den Tod bedeuten. Doch Ran, das Opfer, wird selber zum Täter. Der Pessimismus nährt sich aus der Einsicht, dass Gewalt stets Gewalt erzeugt. Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie, die ihre Selbstzerfleischung über Generationen weiterträgt.

Zum Buch: “Der Waran“ ist keine leichte Kost und liest sich schwer. Das Thema, die Natur des Menschen von ihrer dunklen Seite, ist gerade jetzt zu Zeiten von Pegida-Demonstrationen und einem Schwanken zwischen Willkommenskultur auf der einen Seite und Fremdenhass auf der anderen, sehr aktuell. Caspar Jenny scheint, so mein Eindruck, zum einen zwar mit der Menschheit abgeschlossen zu haben und lässt Ran als Beispiel für die Erkenntnis, dass der Hang zur Selbstzerstörung unserer Spezies ein Teil von uns allen ist. Durch all das misanthropische Denken des Autors scheinen Ideen und Wünsche nach Selbstbestimmung, Individualismus und einer besseren Gesellschaft durch.

Fazit: „Der Waran“ ist nichts für triste Herbst-/Wintertage, aber eine Sichtweise auf Teile unsere Gesellschaft, deren Lektüre Denkanstöße gibt.

Contributors

Samira Alinto

Samira Alinto

Reportagen, Reviews, Fotos

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