Backyard Babies – 4our by 4our

Label: Gain Music     Spielzeit: 34:36     Veröffentlichung: 28.08.2015          

Sieben Jahre Pause und neun Songs mit ein wenig mehr als einer halben Stunde Spielzeit, das ist erst mal der objektive erste Blick auf das neue Backyard Babies Album „4our by 4our“. Zum Glück ist Länge ja bekanntlich nicht alles und auch wenn der letzte Song „Walls“ – mein Lieblingssong – ein mehr als sieben Minuten langer Monstertrack im Horrorgewand ist, welcher vielleicht deshalb so lang ist, um zumindest über die 30 Minuten zu kommen, wen kümmert es schon, wenn das Album sonst erstklassig ist. Aber ist es das?

Der Opener „Th1irt3en Or Nothing” ist ein Sleazerock-Stück in alter Backyard Babies Manier. Auch „I’m On My Way To Safe Your Rock’n Roll” und „Wasted Years” treffen genau den Nerv. Bei dem Rest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht die einzige war, die beim ersten Durchlauf erst mit „White Line District”, „Bloody Tears”, „Piracy”, „Never Finish Anything” und „Mirrors” warm werden musste. Die Band klingt … wie sag ich es am besten ohne Euch abzuschrecken? Erwachsen, reif, gezähmt? Bevor Ihr jetzt schreiend davon lauft – das muss nichts schlechtes sein, denn ich mochte die Songs bei jedem Durchlauf mehr und mehr. Nun gut, die Songs haben nicht mehr die Ecken und Kanten für die das Quartett bekannt ist und „Bloody Tears“ ist etwas zu schmalzig für meinen Geschmack, aber Balladenfreunde werden es mögen. „Mirrors“ ist zwar auch eine Ballade, aber sehr eingängig und somit auch für Balladen-Gegner etwas.

„Eingängig“ und Backyard Babies? Ich erinnere mich noch an einen Tag an dem Nicke und Dregen mich langweilig nannten, weil ich weder puren Schnaps getrunken, noch Drogen genommen habe, aber diese Jungs sind heute Papas und nicht mehr ganz so jung. Kurzum: sie sind nicht mehr die wilden Kerle, die sie mal waren. Aber zurück zum Album.

Die Songs haben gezeigt, dass die Backyard Babies ihren Sound weiterentwickelt haben und die Grenzen einer reinen Sleazerockband sprengen. Ich frage mich, ob sie die alten Songs live noch mit der gleichen Energie und Dynamik rocken können und freue mich darauf, das auf ihrer Tour im November herausfinden zu können.

Können sie mit „4our by 4our“ neue Hörerkreise dazu gewinnen? Ja! Werden die alten Fans ihnen weiter treu bleiben? Wahrscheinlich nicht alle, da dies nicht der Stil ist, den man von ihnen gewohnt war. Nichtsdestotrotz ist „4our by 4our“ ein Album, das sich bei mir noch länger in der Playlist halten wird.

www.backyardbabies.com

Contributors

Samira Alinto

Samira Alinto

Reportagen, Reviews, Fotos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.