In Flames / Wovenwar / While She Sleeps

30. September 2014, Große Freiheit 36, Hamburg, Deutschland (Fotos von Falko Nik auf Flickr)

Schon Wochen zuvor war die Große Freiheit 36 im Hamburger Szene-Viertel St. Pauli restlos ausverkauft. Grund hierfür war das Konzert der schwedischen Melodic-Death-Metal Band In Flames, welches mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Siren Charms“ einherging. Als Support und musikalische Bereicherung des Abends waren While She Sleeps und Wovenwar mit von der Partie.

In der, für einen Dienstagabend gut besuchten, Location füllten sich auch schnell die oberen Ränge mit erwartungsvollen Fans und bot somit den auftretenden Bands eine tolle Atmosphäre.

Der Abend wurde von der Metalcore-Band While She Sleeps, Sheffield/England eröffnet. Zu Beginn der Show sollte sie mit Tempo und Härte den Konzertbesuchern schon mal ordentlich einheizen. Hier kam ein kleiner Kritikpunkt des Abends von der organisatorischen Seite zum Tragen. Die Einlasszeit auf dem Ticket entsprach leider auch dem Konzertbeginn, also dem ersten Ton. Dies musste unser Autor schmerzlich erfahren, indem er die erste Band verpasste.

Bei Wovenwar, der zweiten Band des Abends, waren nahezu alle vor der Bühne versammelt. Die ehemalige Besetzung von „As I Lay Dying“ präsentierten hier ihren neuen Musikstil. Dies lässt kaum noch an die Zeiten von „As I Lay Dying“ erinnern. Mit clean gesungenen Vocals und dreckigerem Gitarrensound geht die Richtung eher in eine Art thrashigen Stoner Rock.

Das rockige Auftreten der Kalifornier und nicht zuletzt die sich abwechselnden Sänger Shane Blay und Josh Gilbert sorgten für ein interessantes Kontrastprogramm. Dennoch konnten der grandiose Auftritt und ein Sound bei dem es nichts zu bemängeln gab, nicht darüber hinwegtäuschen, weshalb sich die langhaarige Meute an diesem Dienstagabend zusammengefunden hatte.

Als sich dann endlich In Flames, der Hauptact des Abends, durch gleißend blaues Licht und lautes Jubeln der Fans ankündigte, wurde der Konzertsaal von einer fast schon als Hysterie zu bezeichnende Spannung erfüllt. Drummer Daniel Svensson, gefolgt von den beiden Gitarristen Niclas Engelin und Björn Gelotte sowie dem Bassisten Peter Iwers und zu guter Letzt Sänger Anders Friden betraten unter großem Applaus die Bühne.
Wie zu erwarten wurde die Setlist von einem Song ihrer aktuellen Platte „Siren Charms“ angeführt. „Plain View“ riss die nun dicht gedrängten Fans vielleicht nicht so sehr mit, wie die Tatsache, endlich ihre Idole auf der Bühne sehen zu können, dennoch hätte die Begrüßung kaum begeisterter ausfallen können.

Im Allgemeinen war die Songauswahl gut getroffen und bediente jeden Geschmack aus der 24-jährigen Schaffensphase der Götheborger. Über „Fear Is The Weakness“ von dem vorherigen Album bis hin zu „Trigger“ legte In Flames weitere Glut ins Feuer um die Stimmung anheizen. „Only for The Weak“ legte St.Pauli dann endgültig in Flammen. „The Chosen Pessimist“ wurde unerwartet kraftvoll vorgetragen und verschaffte dennoch, nicht nur zum Glück der Sanitäter, eine wohlverdiente Verschnaufpause.

Die obligatorisch zweigeteilten Meinungen zu einem neuen In Flames Album konnten durch diesen Auftritt auch bei „Siren Charms“ aus dem Weg geräumt werden. Alle Lieder wurden perfekt performt und die neuen Songs, wie „Trough Oblivion“, „Paralyzed“ und „Monsters In The Ballroom“, wurden von den Konzertbesuchern gefeiert.

Abgerundet wurde die 90-minütige Show von ein wenig Interaktion mit dem Publikum: Ein Fan wurde für das disziplinierte Tragen seiner Lederjacke bei gefühlten 45°C/90% r.F. prompt für eine spontane Foto- und Growl-Session auf die Bühne geholt.

Alles in Allem war der Abend ein voller Erfolg und jeder schien Spaß gehabt zu haben. Der Sound und das Licht waren gut und man musste nicht zu lange auf sein Bier warten. Wer die Bands vorher nicht kannte wurde spätestens jetzt überzeugt!

Autor/Fotograf: Falko Nik

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Melanie Kircher, Sander Burmeister, Grit Kabiersch, Marina Minkler, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski