Scarecrow / Saatanan Marionetit / Refusal

8. August 2014, Dubrovnik Lounge & Lobby, Helsinki, Finnland

Harte Konkurrenz für dieses kleine, aber feine Macaroni Penguin Music Event in einem kleinen, aber feinen Club, mit nicht so bekannten, aber durchwegs bemerkenswerten Bands – neben dem Flow Festival gab es ca. 5 weitere Metalgigs in Helsinki an diesem Abend, dazu das herrliche Sommerwetter, sodass viele wohl die Freiluftterassen den Clubräumlichkeiten vorzogen. Es fanden sich zum Glück doch noch genügend enthusiastische Metalheads ein. Dennoch, die 1. MPM Geburtstagsfeier hätte etwas mehr Publikum verdient.

Refusal
aus Helsinki, 2008 gegründet, orientieren sich zwar vorwiegend an Hardcore, liessen aber mit Slayer-Riffing und Sepultura-Groove im Wechselspiel mit ultra-brutalen Blastbeats aufhorchen. Dazu ein ausgesprochen energiegeladener Frontmann namens Niikka Lius, der gerne engen Publikumskontakt pflegt oder schnell mal mit Bandkollegen mosht. Es lohnt sich auf alle Fälle, die Band bzw. deren Demos anzuchecken.

Da muss ich gleich ein Kompliment an den Soundmann loswerden, denn trotz begrenzter technischer Möglichkeiten in so einem kleinen Club blieb die Lärmattacke auch ohne Ohrstöpsel im erträglichen Rahmen und der Mix war bei allen Acts wirklich ausgezeichnet.

Saatanan Marionetit
hatte ich ja schon das letzte Mal gelobt, und auch diesmal hoher Unterhaltungswert, nicht nur wegen der zusätzlichen Multimedia-Show. Songs wie “Mas Turbo” oder die Ballade der Fliegenpilze sind einfach Knaller zum begeistert Mitgrölen. Cradle of Filth meets Monty Pythons, würde ich sagen. Frontmann Tritonus Satans Aufmachung erinnerte diesmal an Nosferatu, er liess auch öfters seine sonore tiefe Stimme zur Geltung kommen. Das Moshpit kam auch hier kaum mal zur Ruhe.

Scarecrow
aus Hyvinkää waren für mich ein bisher unbeschriebenes Blatt, aber Jack13 – Vocals, Ruho – Guitar, Anza – Skins, Hellhound – Bass war anzumerken, dass sie schon viele Jahre Erfahrung auf dem Buckel haben. Hochprofessionelle Show, Thrash-lastiges abwechslungsreiches Material, das gnadenlos auf die kleine Metalgemeinde losgelassen wurde. Hatten die Acts davor noch Publikumsnähe gesucht und sogar selbst im Moshpit mitgemacht, so wurde hier sogar auf Ansagen verzichtet. Passte aber total zum Showkonzept, in dem die einschlägige Maske natürlich nicht fehlen durfte. Auch hier gilt: Checkt die Band mal an.

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.