Aittala: Some Wicked Effigy of Metal

Es klingt finnisch, aber das täuscht: ´Aittala´ wurde in Holland gegründet und ist nun in Raleigh, North Carolina, USA beheimatet. Die Band ist schon eine Weile aktiv, deren Musik wurde von Kritikern für Eigenständigkeit gepriesen – was ja heutzutage nicht so häufig vorkommt. In diesem Frühjahr war Aittala auf Tour in Europa und es ist nur ein paar Wochen her, dass das dritte Album der Band namens “Effigy” auf den Markt kam. Das neueste Video “Something Wicked This Way Comes” gibt euch davon einen Eindruck . Mastermind Eric Aittala ergreift nun das Wort, um euch die Band vorzustellen.

Wann hast du die Band gegründet, Eric?
Die Originalversion von Aittala wurde 1991 gegründet, als ich noch in Holland lebte. Ironischerweise war es nicht mal ich, der auf den Bandnamen kam (Aittala ist mein Nachname). Wie es bei jeder neuen Band so ist, haben wir einige Namen rumjongliert. Eines Tages kam der Sänger mit der Idee, ´Aittala´ zu nehmen, und das blieb dann einfach so hängen.

Mit seinem Landsmann Tim Mannon als Sänger und den Holländern drummer Ed Vereijken (drums) und Welfare Jon, bass, absolvierte die Band viele Gigs in der holländischen Metalszene. Sie brachten 1993 ein 3-Song-Demo auf den Markt, Selling Heaven, und traten als Support für Acts wie The Gathering und Sadist auf. Aber gerade als die Band einiges Aufsehen in der holländischen Metal-Szene erregte, verliess Eric das Land und löste die Band auf.
In der folgenden Dekade spielte Eric in vielen anderen Bands und dachte nicht mehr an Aittala.
Ende 2000 entschloss sich Eric, Aittala erneut Leben einzuhauchen, und 2009 erschien der erste Longplayer Bed of Thorns, 2011 gefolgt von Haunt Your Flesh. Ausserdem wurde eine neue Live-Band rekrutiert, damit Aittala erneut die Bühnen der Welt unsicher machen kann.

Eure Musik beinhaltet viele Metalgenres, man hört aber auch Geigen und ein bisschen Industrial. Woher kommen eure Einflüsse?
Meine prägenden Teenagerjahre fielen genau in die Zeit, wo Metal gerade am gross Rauskommen war. Ich war der typische 80er Metalhead. Ich liebte Bands wie Judas Priest, Iron Maiden, WASP, Motely Crue, Metallica und alles andere in diesem Genre. Und klar, damals war es so, dass alles andere Scheisse war – es gab nichts anderes als Metal für mich.
Aber als ich älter wurde und in vielen unterschiedlichen Ländern auf der ganzen Welt lebte, kam ich auch mit anderen Musikrichtungen in Berührung und lernte, jede Art von Musik zu lieben. Ob das auch mit im Songwriting rauskommt oder nicht, ich bin von jeglicher Art von Musik beeinflusst.

Ihr habt ja grade im Frühjahr Europa betourt. Wird Aittala in naher Zukunft wieder wo auftreten??
Ja, wenn wir nicht gerade im Studio sitzen und was aufnehmen, dann spielen wir regelmässig Shows im Umkreis von 4 Reisestunden rund um Raleigh, North Carolina (wo wir ja angesiedelt sind).
Nächstes Jahr, wahrscheinlich im Frühling, werden wir einige Shows an der Ostküste und im mittleren Westen der USA spielen.
Und wir werden versuchen, wieder nach Europa zu kommen, Ende 2015 oder Anfang 2016.

Habt ihr auch bei Festivals gespielt?
Wir haben in den vergangenen Jahren bei einigen der Metalfestivals in North Carolina gespielt.

Bist du der Hauptsongschreiber bei „Aittala“, Eric?
Ja.

Was inspiriert dich, um Texte zu verfassen?
Alles kann mich zum Texteschreiben inspirieren – ein Film, eine TV Show, Leute beobachten.
Im allgemeinen handeln meine Texte von den dunkleren Seiten der menschlichen Natur und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich sehe jeden Song als einen Mini-Roman und versuche immer, bei jedem einzelnen Song eine Geschichte zu erzählen. Diese könnte nicht immer gleich für die Zuhörer als solche erkennbar sein, da sie manchmal abstrakt ist, aber alle meine Songs haben eine Geschichte im Hintergrund, die ich mir ausgedacht habe. Das Verfassen einer Hintergrundgeschichte gibt mir auch die Richtung vor, in die sich der Song selbst bei den Texten entwickeln soll.

Aittalas Musik mischt sich aus unterschiedlichen Metal-Sounds, spielt das eine Rolle dabei, wenn du neue Bandmitglieder suchst?
Wenn ich neue Bandmitglieder suche, muss die Chemie der Persönlichkeiten stimmen, das ist wohl am wichtigsten.

Hast du noch Kontakt mit den früheren Mitgliedern von Aittala?
Niemand hat die Band im Streit verlassen, also gibt es keinerlei Ressentiments. Aber bei einigen Ex-Mitgliedern – seltsamerweise sind das alles Bassisten – hab ich irgendwie den Kontakt verloren.

Was habt ihr in naher Zukunft geplant?
Wir werden weiterhin neue Musik schreiben, aufnehmen und veröffentlichen, neue Videos herausbringen und live auftreten.
Neben den Shows, die wir weiterhin überall in North Carolina spielen werden, planen wir eine kurze USA-Tour in 2015 und hoffen, 2016 wieder nach Europa zu kommen.

http://www.aittala.com/
https://www.facebook.com/aittalamusic
Autor: John Wisniewski, transl. K.Weber

Contributors

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski