Insomnium / Shear / Kuolemanlaakso

10. Mai 2014, The Circus, Helsinki, Finnland (Fotos von Tina Solda auf Flickr)

Am Songcontest, der am selben Abend stattfand, kann es ja wohl nicht gelegen haben: bei Ankunft kurz vor – für Helsinki an einem Samstag ungewöhnlich frühem – Showbeginn war ich doch etwas geschockt, wie leer der Club um diese Zeit noch war… Viele, meiner Meinung nach zu viele, fanden sich tatsächlich nur wegen dem Headliner ein …

Kuolemanlaakso
hatten also an diesem Abend also nicht unbedingt den günstigsten Slot, jedoch sollte sich schon innerhalb der ersten Songs die Leere im Pit vor der Bühne ansehlich füllen – weil entweder ständig neue Leute eintrafen, oder weil alle, die sich zunächst hinten an der Bar platziert hatten, vom geilen melancholisch-doomigen Sound nach vorne gelockt wurden. Auf alle Fälle wurde das Programm mit neuen Hits vom aktuellen Release Tulijoutsen und alten Krachern wie “Minä elän” heftig bejubelt, und es zeigte sich später am Merch-Stand, dass die Band hier wohl einige neue Fans gefunden hatte… Einziger Minuspunkt für mich – dieser ansonsten makellose Gig schien mir vieeeel zu kurz…

Shear
hatten ja diese Insomnium-Minitour als offizieller Support begleitet – und boten sowas wie Kontrastprogramm zur Band davor, dank einer quirligen und gesprächigen Frontfrau und dem etwas fröhlicher wirkenden Prog-Powermetal Sound – irgendwie musste ich da an die alten Queensryche denken. Klasse Gig, wo sich die stimmgewaltige Alexa Leraux erneut in Szene setzen konnte, flankiert von einer starken, gerne posenden Gitarrenfraktion. Das aktuelle Album “Katharsis” hat meiner Meinung nach das bisher beste Mischungsverhältnis der genannten Elemente, die schon immer bei dieser Band vorhanden waren, und noch dazu jede Menge ins Ohr gehender Songs.

Insomnium
In der Zwischenzeit hatte sich der Club dermassen gefüllt, dass ich schon das “ausverkauft” Schild an der Tür wähnte. In anderen Worten, das erwartete Szenario, hatte sich diese Band aus Joensuu doch in den 17 Jahren ihres Bestandes eine solide Fanbasis geschaffen, dank hervorragender Alben und makelloser Gigs…. Die Meute rastete – erwartungsgemäss – schon beim Intro aus, und getragen von einer Wahnsinns-Stimmung im Saal (überschäumend sogar noch ganz hinten!) liess sich auch die Band zu Höchstleistungen anstacheln. Hätte man früher noch motzen können, dass sich bei Insomnium nicht viel an Bühnenshow tat, das stimmte schon lange nicht mehr – Niilo & Co lieferten eine intensive Show, die sogar einem Nicht-Fan wie mir einige Gänsehautmomente verpasste. Eine starke Band, die man sich unbedingt ansehen sollte, wenn die mal in eurer Stadt vorbeikommt.
Fazit: Genialer Abend, der fast nicht besser hätte sein können! Und noch ein positiver Aspekt – dank der frühen Beginnzeit des Konzerts war ich noch rechtzeitig für die Punktevergabe beim Eurovision-Songcontest zu Hause – ein echter Krimi, der für mich Österreicherin natürlich besonders erfreulich endete … 😀

Insomnium Setlist:
The Primeval Dark
While We Sleep
Revelation
Down With the Sun
Drawn to Black
Ephemeral
Through the Shadows
Only One Who Waits
The River
Unsung
Change of Heart
The Promethean Song
Encore:
The Killjoy
Where The Last Wave Broke
Weighed Down With Sorrow

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.