Ryan Sheridan / Róisín O

Recht schnell füllte sich die ausverkaufte Live Music Hall in Köln, als der Einlass begann – eine entspannte Stimmung, wo man hinschaute, alle Altersklassen waren vertreten, selbiges galt für Neu-Fans und solche, die schon einige Konzerte der ersten Headliner-Tour von Ryan Sheridan mitgemacht hatten.


Los ging es dann mit der – ebenfalls irischen – Vorband Róisín O , bestehend aus drei Musikerinnen, die ihre bunte Mischung an Songs recht gut präsentierten. Jedoch schien es oftmals so, als wäre sich das Publikum nicht ganz sicher, was es von der Performance halten sollte – es war wenig Bewegung auf der Bühne zu sehen, das Ganze wirkte etwas statisch, wenn auch musikalisch und gesanglich gekonnt. Eine wirkliche Stimmung wollte einfach nicht entstehen, vielleicht ist ihre Musik eher für einen entspannten Abend in der Natur gemacht als für einen Auftritt vor 1400 Leuten, die auf einen vor Energie sprühenden Ryan Sheridan warten.

Dass Umbaupausen nicht gerade zu den Freunden der Konzertbesucher gehören, dürfte nicht neu sein – aber dieses Mal schien sich diese Pause unendlich in die Länge zu ziehen – aber das Warten lohnte sich, denn Ryan Sheridan und seine Band machten eine wirkliche Stimmung. Die Performance war voller Energie, da musste man als Zuschauer einfach mitgerissen werden, und das sah man in den ersten Reihen auch sehr deutlich.


Songs wie „Stand Up Tall“, „The Dreamer“ oder auch der Album-Titeltrack „The Day You Live Forever“ brachten die Zuschauer zum Mitmachen und Mitsingen – da durfte auch eine Cover-Version von „Seven Nation Army“ (Original von The White Stripes) nicht fehlen, denn diese hatte schon auf der Tour mit Rea Garvey im Frühling seine Wirkung gezeigt. Eine ausgelassene Stimmung, immer ein bisschen Platz zum Tanzen und die Musik genießen – die Zuschauer feierten und hatten Spaß, auch wenn viele der Anwesenden die Lieder kaum kannten und somit bei Weitem nicht textsicher waren. Neben den Songs des aktuellen Albums präsentierten sie auch zwei neue Songs mit „Home“ und „Break From These Chains“, die beide sehr gut ankamen und zu Recht sehr viel Applaus ernteten.

Hervorheben muss man definitiv „Jigsaw“, denn dieser Song war das Zuhause eines besonderen Battles: Sänger Ryan auf seiner Akustik-Gitarre und Drummer Jimmy Rainsford auf der Cajón. Wer da nun die Nase vorn hatte, ist schwer zu sagen, denn das komplette Zusammenspiel der beiden war einfach nicht nur fantastisch anzuhören, sondern auch faszinierend anschauen – manch einem im Publikum stand der Mund offen, als er sehen konnte, was man nicht alles mit so einer Cajón machen kann. Und das was gemacht wurde, war absolut nicht von schlechten Eltern!

Ein weiteres Highlight für mich war die Performance von ruhigeren Songs wie „Machine“ oder aber auch „All and more“. Bei letzterem spielte das Publikum eine tragende Rolle was den Gesang angeht – irgendwann stand Ryan Sheridan auf der Bühne, das Mikro von sich weg gedreht, die Akustik-Gitarre vom Strom abgekoppelt am Bühnenrand und fing an zu singen – und das Publikum stimme mit ein und sang am Ende alleine. Eine Gänsehaut-Atmosphäre, die er da geschaffen hatte…

Fazit:
Nach zwei Zugaben war dann Schluss, das Publikum und die Band durchgeschwitzt bis auf den letzten Stofffetzen am Körper – aber strahlende Augen und glückliche Gesichter bekam man überall zu sehen. Daher kann man nur sagen, dass es ein wirklich rundum gelungenes Konzert von Ryan Sheridan gewesen ist!

Carina Ullmann

Carina Ullmann

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