Poets of the Fall – 10th Anniversary Tour

1.6.2013, Virgin Oil, Helsinki, Finnland

Nach einer Tour in Russland /der Ukraine und mehreren Auftritten auf Schiffen zwischen Finnland und Schweden fanden sich Poets of the Fall mal wieder zu einem Gig in der Heimat ein. Wie immer wenn diese Band in Helsinki spielt, fanden sich wieder etliche internationale Gäste ein, welche bald die ersten Reihen bevölkerten. Ansonsten blieb der Club bei herrlichem Sommerwetter bis kurz vor Konzertbeginn recht leer.

Um kurz nach Mitternacht ging es los und es dauerte nicht lange, bis das Virgin Oil rockte. Schon als Poets of the Fall die Bühne betraten, wurden sie begeistert begrüßt und bereits beim zweiten Song „Locking up the sun“ war das Publikum am Mitklatschen. Wen störte es da schon, dass der Sound vor der Bühne anfangs eher suboptimal, d.h. der Gesang zu leise, war. Alle dort Anwesenden kannten die Texte sowieso und die Probleme waren auch bald behoben.

Die aktuelle Setlist kommt mit deutlich mehr Dampf daher als im letzten Jahr, was einfach nur daran liegt, das Balladen und Rocker anders gemischt werden und gleich am Anfang schnellere Songs stehen, bevor das Ganze in ruhigeres Fahrwasser gerät. Der Stimmung tut es gut, auch wenn ich persönlich „Running out of Time“ als Opener besser fand. Natürlich ist nicht nur neu gemischt wurden, es gab auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie „Don’t mess with me“, „Sleep“ und dem seit sechs oder sieben Jahren nicht mehr gespielten „Everything fades“ vom ersten Album.

Songs von der aktuellen Scheibe durften natürlich auch nicht fehlen, und alle Alben dazwischen waren ebenfalls repräsentiert, handelt es sich doch hier um die Jubiläumstour zum zehnjährigen Bestehen der Band. So war dann eben auch mit „Delicious“ ein Song vom zweiten Album der Einstieg ins Konzert. Die Mischung funktionierte, dem Publikum gefiel’s, und als die letzten Töne von „Lift“ verklungen waren und Drummer Jari Salminen sich mit einer Verbeugung verabschiedete, konnten alle zufrieden nach Hause gehen.

photos: Stefanie Oepen

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Dazwischen lagen knapp 90 Minuten prall gefüllt mit Musik zum Ruhig-Zuhören, Laut-Mitsingen oder auch einfach Abtanzen, einer gut gelaunten Band, die vor Energie sprühte und einem Publikum, das alles auch zu würdigen wusste. Es machte Spaß, nicht nur die Band, sondern auch ihre Interaktionen mit den Fans zu beobachten. Da wurde Lächeln verschenkt, Hände geschüttelt, die erste Reihe mit Wasser geduscht, und gegen Ende des Konzerts nahm Sänger Marko Saaresto eine rote Maske von einem Fan entgegen, die er eine Zeitlang trug, bevor er sie zurückgab. Auch die Gitarristen Olli Tukiainen und Jaska Mäkinen sowie Basser Jani Snellman waren im wahrsten Sinne das Wortes nah am Publikum und stiegen immer wieder auf die Boxen am Bühnenrand, um dort zu spielen.

Wie bei jedem Poets of the Fall Konzert machten die Interaktionen der Bandmitglieder untereinander und viele kleine Dinge den Abend für die Fans zu einem besonderen. Ob nun „Captain“ Kaarlonen bei „Illusion & Dream“ hinter dem Keyboard hervorkam um ihnen zuzuprosten, oder ob Jari den ganzen Abend vor sich hingrinste, offensichtlich froh, mal wieder bei einem finnischen Gig dabei zu sein. Olli zeigte bei „Late goodbye“ an, wie klein die „little things that make the world“ sind, und Marko hatte sichtlich Vergnügen, die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten eines Barhockers auszutesten. Insgesamt war es ein Abend voller schöner Momente, der leider viel zu schnell zu Ende war. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Konzert.

Setlist:
Delicious
Locking up the sun
Kamikaze love
The ballad of Jeremiah Peacekeeper
Given and denied
Don’t mess with me
Temple of Thought
Everything fades
Cradled in love
Stay
Running out of time
Illusion & Dream
Diamonds for tears
Late goodbye

Zugabe:
Sleep
Dreaming wide awake
Carnival of rust
Lift

Contributors

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Melanie Kircher, Grit Kabiersch, Marina Minkler, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski

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