Dead by April / Beyond all Recognition

Bei dem trüben Wetter, das uns seit Tagen die Nerven raubt, braucht es definitiv mal ein bisschen härtere Mucke. Das Schweden Duo Beyond all Recognition und Dead by April übernehmen den Part, dem Tief über Zentraleuropa mal kräftig die Meinung zu geigen. Viele haben trotz starkem Regens den Weg in die Galery gefunden, die sich fast als zu klein entpuppt für den grossen Ansturm an hauptsächlich jüngeren Fans, von denen man gut die Hälfte sehr wahrscheinlich eher bei einem Justin Bieber Konzert erwarten würde. Überall Zahnspangen-Teens, kichernde Mädels und Halbstarke, die sich dann doch grösstenteils passabel benehmen.

Beyond All Recognation
Bisschen später als geplant steigen die ersten Schweden auf die Bühne. Beyond All Recognition, die ihre Musik Dubcore nennen, brettern ihre Songs den Leuten entgegen. So manch einer scheint auch hauptsächlich nur wegen dieser Band gekommen zu sein. Ihre Setliste von neun Songs hat für jeden Geschmack was zu bieten und die Jungs, von denen man ohne diesen Sound denken würde sie wären die Backstreet Boys, liefern eine tolle Show. Es macht Spass ihnen zuzusehen, obwohl die Bühne nicht gerade viel Platz für eine grosse Show bietet, aber sogar Sänger David wippt im Takt mit, was bei den meisten Sängern nicht selbstverständlich ist. Die Moshpits halten sich glücklicherweise in Grenzen. Die 5 Schweden schaffen es, gute Stimmung zu verbreiten und die Meute für Dead by April einzuheizen. www.beyondallrecognition.net

Dead By April
Die Mischung aus Metal, Pop, Clean und Growl Vocals scheint immer zu ziehen. Immer mehr Bands versuchen es so, finden schnell den Anschluss an gute Plattenlabels und touren durch ganz Europa. Nachdem im März bekannt wurde, dass Sänger Jimmie Strimell nicht mehr Teil der Band sein kann wegen Drogenproblemen, ist die Band nun das erste Mal mit Christoffer Andersson auf Tour, der bereits By Night Sänger war und bei Sonic Syndicate live einsprang. Bei Dead by April gab es seit ihrer Gründung 2007 immer Ups und Downs; es bleibt zu hoffen, dass die Band sich jetzt mit dem neuen Line-Up festigen kann. Denn musikalisch wartet eine grosse Karriere auf die Herren aus Göteborg; sie haben alles was man zum Erfolg braucht: einen ausgesprochen guten Songwriter und Gitarristen, einen tollen Schlagzeuger und Bassisten und gleich zwei Sänger, die mit ihrer Präsenz den ganzen Raum füllen.

Die Growls von Stoffe und die klare Stimme von Zandro passen grossartig zusammen. Da die Band jeglichen Drogen entsagt und kaum Alkohol trinkt – siehe hiezu unser Interview – dürfte es zumindest in dieser Hinsicht keine Probleme mehr geben. Ich persönlich teile diese Einstellung und es zeigt einmal mehr, dass man auch ohne diese Dinge geile Musik machen kann. Die Band liefert eine super Show und vermittelt den Fans einen Einblick ins neue Album. Gleich drei neue Songs der kommenden Scheibe, die alle klasse sind, werden auf dieser Tour gespielt. Dead by April kann ich nur weiter empfehlen, ich würde sie mir jederzeit wieder ansehen. Das einzige nicht so Tolle fürs Gemüt war das Durchspielen aller Songs, dass man so das Gefühl hat, es hätte keine Zugaben gegeben. Aber alles in allem sind Dead by April einen Konzertbesuch 100-mal Wert. www.deadbyapril.com

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core