Sunrise Avenue / Jim Kroft

Das ist eine warme Begrüssung für die Finnen Sunrise Avenue in der Schweiz, bei guten 18 Grad Plus verbrachte die Band ihren freien Tag in Bern, bevor sie die drei ausverkauften Konzerte hier in Angriff nahmen. Das letzte Mal waren sie vor rund vier Jahren in Pratteln zu Gast. Im Vergleich dazu befinden sich nun deutlich mehr Herren im Publikum, und auch älteren Leuten scheinen Songs wie „Hollywood Hills“ zuzusagen.

Um den Leuten einzuheizen hat man sich dieses Mal für Jim Kroft als Support entschieden. Die Berliner Band rund um Sänger und Songwriter Jim Kroft himself passte zwar soundtechnisch mit ihrem Pop/Brit-Pop nicht so wirklich zu Sunrise Avenue, aber die Fans in der ersten Reihe schienen trotzdem Spass zu haben. Dieser hohe Gesang war ehrlich gesagt nicht so ganz mein Fall. Aber das Gefühl von Optimismus, das die Band rüberbringen möchte, konnte man schon spüren. Und so sah man es dann einfach als Überleitung zum Headliner. http://jimkroft.com/

Sunrise Avenue liessen nicht lange auf sich warten, die Umbauphase verging im Flug, und so durfte man sich bald an den kreischenden Fans und am ersten Song „Out of Tune“ erfreuen. Ein besseres Publikum hätten sich Samu, Raul, Riku, Osmo und Sami nicht wünschen können, denn alle folgtensofort den Anweisungen und machten von der ersten Sekunde an das Konzert zu einem Spektakel. Immer wieder wurde mit dem Anspielen von Coversongs oder bekannten Themensongs wie z.B „Ghost Buster“ die Stimmung frisch angeheizt. So wie zum Beispiel bei „Destiny“, der an einen Reggae Song erinnert, wurden einfach Textzeilen und Melodien von Rihanna, Bruno Mars, Robbie Williams Songs, Lady Gagas „Poker Face“ und „ Edge of Glory“ einbaut. Wie schon vor vier Jahren sorgte insbesondere der Song „Fairytale gone Bad“ für Gänsehautstimmung. Denn nachdem Samu nur den Teil „This is the end..“ angestimmt hatte, sang das Publikum den Song komplett alleine durch und lediglich beim Refrain stieg der eigentliche Sänger kurzzeitig für einige Worte mit ein. Ein unbeschreibliches Gefühl muss das für eine Band sein.

 
Auch für ruhige Momente wurde gesorgt bei „Sweet Symphony“, wo er sich vorher den Mund fusselig redete, „er habe immer Angst, dass keine Leute da seien bei den Konzerten, schließlich war das mal so bei ihrem ersten Konzert in Finnland vor einigen Jahren!“ Na, das kann ich nicht so ganz glauben; der Herr sollte besser aufpassen, was er von den finnischen Fans sagt, sonst darf er sich bald eine neue Heimat suchen. Alles in Allem war das Konzert nicht schlecht und für eine gute Stimmung unter den Fans haben die Herren ganz klar gesorgt. Dennoch muss ich ehrlich gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht über diese vielen „Coversongs“ war. Haben sie das nötig? Aber scheinbar haben sie selbst nicht den Glauben daran, dass auch ihre eigenen Songs die Stimmung konstant auf 99% Prozent halten können. http://www.sunriseave.com/

Eine kleine Anmerkung noch zum Publikum: Ich bin nicht oft bei Pop Events, aber mir scheint das Publikum dort teilweise einfach keinen Anstand mehr zu haben. Vielleicht sind diese Leute nicht so oft an Konzerten, wie das so unter Metalheads üblich ist, aber es ist doch bei einem ausverkauften Konzert ganz normal, wenn man da öfters freundlich gebeten wird, dass man mal vorbei darf, oder man an der Bar mal ein, zwei Minuten länger warten muss – das ist kein Grund gleich ausfällig zu werden. In dem Sinn, nehmt euch doch mal ein Beispiel an den Metalheads, wo sowas eigentlich nicht vorkommt und Konzerte ganz friedlich vonstatten gehen.

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core