Sonisphere Festival 2011

2.7.2011, Helsinki, Kalasatama:

Willkommen in HELL(sinki). Sonisphere ist vom westfinnischen Pori weggezogen und findet in diesem Sommer zum ersten Mal in der Hauptstad Helsinki statt. Man konnte die gemischten Gefühle der Leute über den Veranstaltungsort hören, als sie das Gelände das erste Mal sahen.

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Ja, es war vielleicht nicht wirklich gut organisiert, aber die wichtigsten Dinge funktionierten gut. Dreizehn Bands wurden bekannt gegeben, die auf drei unterschiedlichen Bühnen spielen sollten. Es gab keine kurzfristigen Absagen, was mich, und wahrscheinlich viele andere auch beruhigte. Das extrem heiße Wetter von früh bis spät hinterließ jedoch seine Spuren beim Publikum. Es war fast unmöglich, eine Band von Anfang bis Ende zu sehen ohne ernsthafte gesundheitliche Schäden davon zu tragen. Ich habe wahrscheinlich noch nie zuvor so viel Wasser getrunken!

POISONBLACK

Poisonblack war die erste Band, die am Festival spielte. Ich habe ihre Musik schon immer sehr gemocht, aber hatte schon lange nicht mehr die Möglichkeit, sie zu sehen. Aber jetzt, wo der Sänger wieder nüchtern ist und sein Leben wieder geordnet hat, klingt die Band eine Million Mal besser als zuvor! Ville Laihialas tiefe, kratzige und herrliche Stimme hallte über das immer noch ziemlich leere Festivalgelände und ging direkt in die Herzen aller Mädels (vielleicht auch in die einiger Jungs!). Trotz der wenigen Zuschauern haben es Poisonblack gerockt.

STAM1NA

Finnlands Heavy Metal Trolle Stam1na erklommen die Bühne als einer der ersten Acts. Wenn ihr eine Metal-Band sehen wollt, die lustig ist, es wirklich genießt zu spielen und voller Energie ist, dann müsst ihr euch unbedingt mal Stam1na ansehen! Zum Beispiel wagen es nicht viele finnische Heavy Metal Musiker, Spandex Hosen zu tragen. Aber Stam1na Sänger und Gitarrist Antti ”Hyrde” Hyyrynen tut es! Er beanspruchte definitiv die ganze Bühne, er sprang und rannte von einem Ende zum anderen.

HAMMERFALL

Sie liefern immer eine energiegeladene und unterhaltsame Show. Hammerfall spielten leider zur gleichen Zeit wie Sylosis und so konnte ich nicht den ganzen Auftritt sehen. Aber die Teile, die ich hörte, klangen so gut wie immer und Sänger Joachim Cans schaffte es einige Male, die Menge während den Zwischenansagen zum Lachen zu bringen. Das ist eine Band, die mich, jedes Mal wenn ich sie höre, zurück in meine Teenager-Zeit bringt und meine 80`er Heavy Metal Phase. Das lustige daran ist, das sie sich seither nicht gross verändert haben, und das ist wirklich gut! Aber ich selbst habe mich sehr verändert. Gott sei Dank.

SYLOSIS

Sylosis war eine total neue Band für mich. Ich wusste nicht wirklich, was ich von der Performance erwarten sollte, und ein kurzer Blick auf das Publikum gab mir das Gefühl, das ich nicht die einzige mit diesem Gedanken war. Aber als sie anfingen zu spielen, änderte sich das schnell und alle schienen die Show zu genießen. Ich selber mochte ihre Art von Musik nicht wirklich, es war etwas zu „moderner“ Metal für mich. Und weil die Bühne sehr klein war, konnte sich die Band nicht wirklich viel bewegen, was die Performance ein wenig langweilig machte.

MASTODON

Atlantas ganzer Stolz Mastodon spielten am späten Nachmittag, als das Wetter am heißesten war. Und so war es mir nur möglich, einige Songs von ihnen zu hören, bevor mir schwindelig wurde und ich eine Pause und einen Platz im Schatten brauchte. Die Band schien sich sehr aufs Spielen zu konzentrieren und schenkte dem Publikum wenig Aufmerksamkeit. Aber das passte zu ihrem Stil und der schon ziemlich betrunkenen Zuschauermenge war es auch recht.

NORTHER

Obwohl es schon eine Weile her ist, seit das Norther Lineup gewechselt hat, konnte man immer noch einige überraschte Leute im Hintergrund hören. Alte und neue Songs wurden gespielt und es gab keinen Mangel an Energie, weder auf der Bühne noch im Publikum. Und dass, obwohl es so heiss war wie in der Hölle oder wie in einer echten finnischen Sauna.

IN FLAMES

In Flames war eine der Bands, die am meisten Publikum anzogen, und während des gesamten Gigs die Leute zum herumspringen und moshen brachten. Einige Male sprangen die Leute so heftig auf und ab, dass man, wenn man still stand, sogar spürte, wie der Boden unter den Füßen vibrierte! So sollte es sein! Alle Bandmitglieder sahen glücklich aus und waren voller Energie, die Setliste diskriminierte keinen Fan ob neu oder alt. Diese Schweden wissen eben, wie man rockt! Absolut einer der besten Auftritte des Tages, und wahrlich ein Gig, an den man sich noch lange erinnert.

OPETH

Diese Band passte traurigerweise gar nicht zwischen all die anderen Performer des Tages. Ihre Musik ist einfach zu `künstlerisch` in jeglicher Hinsicht, so dass die Leute bereits nach dem ersten Song gingen. Opeth machten tapfer weiter und am Ende war der Gig gut, aber ich vermisste einfach mehr Energie in der Performance, und mehr Kontakt mit dem Publikum hätte auch nicht geschadet.

SLIPKNOT

Der Festival-Headliner Slipknot, war ganz klar eine der beliebtesten und heißest erwarteten Bands des Abends. Eine geschätzte Zahl von 12.000 Leuten haben sich versammelt, um die Show zu genießen. Man konnte sogar Leute sehen, die erst jetzt durch den Festivaleingang kamen, wenige Minuten bevor Slipknot anfingen zu spielen. Es gibt scheinbar immer noch verrückte Slipknot Fans dort draußen! Slipknot die auch bekannt für ihre unterschiedlichen und furchteinflößenden Outfits auf der Bühne sind, trugen dieses Mal alle rote Overalls, ohne dabei natürlich die Masken zu vergessen. Ein leerer Overall wurde auch auf der Bühne platziert, als Erinnerung an ihren ehemaligen Bassisten, Paul Grey, der vor einem Jahr gestorben ist. Slipknot lieferten genug von neuen und alten Songs, um die Performance perfekt ausklingen zu lassen. Die Band wurde ihrem Headliner Status absolut gerecht.

Das Fazit des diesjährigen Sonisphere: Ich bekam Kopfschmerzen, die für Tage anhielten, hatte einen Sonnenbrand und war ein wenig dehydriert. Aber ich bekam auch viele, viele gute Erinnerungen fürs Leben. Es war den Schmerz wert, wir sehen uns nächstes Jahr!
photos: Janne Pappila

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Emilia Kinnunen, transl. S. Mahrer

Contributors

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski

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