Turisas / Crimfall

Osterzeit – grad der letzte Schnee geschmolzen, also das Signal für die Einheimischen, die Picknick-Grill- und Badesaison zu eröffnen, am besten alles gleich auf einmal irgendwo inner Sommermöki in der skandinavischen Pampa. Folgerichtig befindet sich die Hauptstadt fast zur Gänze in Touristenhand. Ganz Helsinki? Nein, da ist so ein Club, der anscheinend die gesamte verbliebene finnische Restbevölkerung versammelt und gegen touristische Invasionen tapfer Widerstand leistet, mit Feuer und Schwert, wortwörtlich…
Nunja, anfangs waren es vor allem die Massen der Unter-18jährigen, die sich vor der Bühne drängelten, aber im Lauf des Supportband-Gigs füllte sich auch der „Erwachsenen“-Bereich bis an die Schmerzgrenze…

Bei Crimfall war ich vor allem neugierg, ob die Band den guten Eindruck, den sie mit ihrem 2. Album „The Writ Of Sword“ hinterlassen hatten, auch Live bekräftigen könnten. Um es vorwegzunehmen – JA, absolut. Dramatik nicht nur in der Musik, sondern auch szenisch umgesetzt – der Wechsel zwischen männlichen und weiblichen Vocals wurde da gelegentlich „Marke Ehestreit“ ausgetragen – inklusive aggressiver Gestik, sodass einem im Fotograben fast Angst und Bange wurde… Ein tighter Gig, die Band gab offensichtlich ihr bestes, das Publikum ging ebenfalls voll ab. Allerdings muss ich meinen Eindruck bekräftigen – ohne Helena Haaparanta, die live sogar noch geiler klingt als auf der CD, wäre die Band nur ein Pagan-Metal-Act unter vielen. (KW)

Turisas beginnen ihren Gig fulminant: Feuer, Raketen und „Holmgard and Beyond“. Mit so einem Einstieg ist es ein Leichtes, die zahlreich erschienene Menge bereits in den ersten Minuten zum Toben zu bringen. Gefolgt wird das Ganze von „One More“ – damit dürfte dann auch der Letzte in Kampfstimmung für den heutigen Abend sein. Munter geht’s dann weiter mit Songs vom neuen Album „Stand up and Fight“, allerdings mit etwas weniger Boom Boom an der Feuerfront. An mitgrölfreundlichen Hymnen wird aber nicht gespart und so vermag vor allem der Titeltrack des letzten Werkes sogar ausgesprochene nicht-Fans zu animieren. Obwohl die Geige zuweilen etwas in hörnerv-angreifender Höhe und Lautstärke durch die Halle schallte, spielte die Band in gewohnter Manier unter dem Motto: hoch die Schwerter (oder alternativ Bierflaschen) und auf sie mit Gebrüll!

Mit dem Gig in Helsinki ging für die Band auch eine ausgedehnte US und Europatour zu Ende. Es ist nun also erst mal an der Zeit, etwas zurückzuschalten, Milch mit Honig zu trinken und die Pelze in die Reinigung zu geben, bevor es dann im Sommer wieder auf Festivaltour geht. (KG)

Contributors

Kathleen Gransalke

Kathleen Gransalke

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