Doro / Krypteria / Big Ball

23.12.2010  Pratteln

Alle Jahre wieder kann man wohl auch bei Doro sagen, denn immer pünktlich zu Weihnachten kehrt die Queen of Metal zurück ins Z7, um die Halle zu rocken. Zum Glück heisst es heute nicht durch den Schnee fahren, so haben es auch einige Leute mehr als sonst bei Doro üblich ins Z7 geschafft.

Big Ball
Diese Herren aus Deutschland sind schlicht und einfach AC/DC Nachahmer und das ganze dazu noch schlecht. Der Sound ist zwar nicht der schlechteste, aber der Gesang lässt doch sehr zu wünschen übrig, weil es einfach nur eine Kopie ist. Die Stimmung bei Big Ball spricht für sich, denn das Publikum scheint zum grössten Teil auch nicht von der Band überzeugt.

Krypteria
Spätestens nachdem ihr Song „Liberatio“ zu Gunsten der Tsunami Opfer im Jahre 2004 überall zu hören war, sollte diese Band den meisten bekannt sein. Nicht zuletzt wegen Frontfrau Ji-In, die Männerherzen schneller schlagen lässt. Ich sehe die Band zum ersten und wenn es nach mir geht auch zum letzten Mal, denn ich kann ihnen nicht viel abgewinnen. Musikalisch sind sie nicht mal schlecht, aber vielleicht doch ein wenig zu poppig für meinen Geschmack. Da ich aber leider kein Mann bin, hilft bei mir das Äussere von Sängerin Ji-In nicht, um über das gesangliche Nicht-können hinwegzusehen. Sie tänzelt wie eine Gogo-Tänzerin über die Bühne und gleich nach dem ersten Song lässt sie ihren langen Ledermantel fallen, so wie in einer Stripshow.

Danach folgen wieder einige Tanzeinlagen, bei denen die Dame leider eine der Boxen übersieht und unsanft auf dem Allerwertesten landet, was sie aber gekonnt wegsteckt und über sich selber lacht. Ji-In ist zwar eine sehr sympathische Erscheinung, aber macht es Frauen in der Metal-Szene, die sich nicht nur auf ihr Äusseres Reduzieren lassen wollen, umso schwerer. Es ist einfach wahrlich eine Kunst sexy auszusehen und sich zu bewegen ohne billig zu wirken, und Ji-In beherrscht diese Kunst leider nicht!

Doro
Nach einer kurzen Umbauphase ist es dann endlich soweit, die Queen of Metal Doro Pesch und ihre Mannen betreten die Bühne. Frau Pesch scheint heute in unglaublich guter Verfassung, denn auch stimmlich ist sie wieder besser dabei als beim letzten Mal hier im Z7. Drummer Johnny Dee sitzt während des ganzen Gigs mit einem breiten Grinsen hinter dem Schlagzeug und liefert dem Publikum wieder das ständig wiederkehrende Drumsolo. Die Leute feiern ihre Queen wie gewohnt mit lauten „Doro, Doro“ Rufen und Doro dankt es wie jedes Jahr mit den gleichen Ansagen. Genau das ist vielleicht auch der Grund, warum sich gerade bei jemandem wie mir, die sie jetzt schon zum X-ten Mal sieht, nach einiger Zeit ein wenig Langeweile einschleicht.

Aber dieses Mal hat sich Doro doch noch was Neues überlegt und bittet für den Song „We are the Metalheads“ Schmier von Destruction auf die Bühne – welcher kaum zu hören ist, aber trotzdem eine nette Abwechslung. Ganz zum Schluss nimmt sich Doro nach zahlreichen Zugaben auch noch die Zeit, um von der Bühne aus einige Autogramme zu geben und beschert den Fans so ein kleines Vorweihnachtsgeschenk. Auch wenn Doro-Shows immer wieder sehr ähnlich sind, unterstützt man diese sympathische Metal-Ikone mit ihrer unverkennbaren Stimme gerne, und so heisst es hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder:“The Queen of Metal is back!“

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core