Scarecrow NWA / Reanima / Force

15 Jahre und kein bisschen leise: Am 15. Oktober machte ich mich mit den Jungs von Scarecrow NWA auf nach Leoben, wo das letzte Konzert vor ihrer Jubiläumstour anstand. Im Jugendzentrum Spektrum angekommen, begutachtete ich die Lokation und stellte fest, dass diese viel Platz bietet. So konnte man sich die Zeit entweder mit dem Wuzler (= Tischfussball, Anm. d. Red.) vertreiben oder ein paar Kugeln in die Ecken stoßen. Bald war die Wartezeit abgesessen und gut gestärkt gings vor die Bühne.

Die Power Rocker von Force sollten an diesem Abend den Konzertreigen eröffnen.

Force boten technisch gute und durchdachte Melodien. Diese waren einladend, jedoch auch zur Langwierigkeit tendierend. Trotzdem machten die Jungs nach 4 jähriger Bühnenabstinenz ein gutes Bild.

Reanima enterten als Zweiter die Bühne.

Trotz des wenig vorhandenen Publikums boten die Mannen eine impulsive Bühnenshow. Man merkte der Truppe ihre Professionalität an, mit der sie ihre abwechslungsreichen Songs von der Bühne schleuderten.

Die Dritten im Bunde und Headliner des Abends waren die Jungs von Scarecrow NWA. Die Grazer boten ein Set aus ihrem letztjährigen Album Ishmael, verstärkt durch vier neue Songs, von welchen vor allem das abwechslungsreiche und überraschende Ressurection und das ohrwurmverdächtige At Dead of Night sofort hängen bleiben.

Die Performance von Sänger Bernd kann überzeugen und lässt nichts aussetzen. Die Solis von Alex sind sicher und treffen genau. Verstärkt wird er durch die druckvolle Rhythmusfraktion rund um Gitarrist Gsputi und Basser Oli. Trommler Stef drischt derweilen in die Felle und kann der Crowd einheizen. Man kann also nur gespannt auf die bereits angesprochene 15th Anniversary Tour, die sie in die Städte Graz, Klagenfurt und Wien führen wird, warten. Manko des Abends war jedoch das Publikum, so hatten fast keine Gäste, die nicht irgendwie zu den Bands gehörten, ins Spektrum gefunden. Schade, denn der neu gestaltete Barbereich des Jugendzentrums bietet ein angenehmes Ambiente und außerdem wurde ein abwechslungsreicher Musikmix geboten.

Und auch der Sound ließ oft zu wünschen übrig. Oftmals viel zu laut, musste ich deswegen an die Bar wechseln. So wie der Sound nicht ausgereift war, muss auch an der Lichtshow gearbeitet werden. Zeitweilig war es schlicht und einfach komplett finster, allerdings war auch das andere Extrem zu beachten; die Bühne erstrahlte in reinem Weiß. Eine gute Mischung und dazu ein bisschen Farbe würde dem Ganzen durchaus nicht schaden.

Alles in allem war es jedoch ein gemütlicher und netter Abend. Eine coole Lokation, nette Leute und abwechslungsreicher Metal, was will man mehr? Ich würde sagen, wir sehen uns wieder!

Anna Grivas

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Marina Minkler, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski