Hole in the Sky 2010

24th – 28th August 2010, Bergen, Norwegen

Im pitturesken Bergen anzukommen, ist immer wieder ein Erlebnis, egal wie. Nach der malerischen Oslo-Bergen Bahnfahr 2008 und der Küstenfähre 2009 war diesmal das Flugzeug dran. Obwohl Norwegen für hohe Preise bekannt ist, war das gar nicht teuer, wenn man frühzeitig bucht. Und was die Unterbringung betrifft, es gibt Hotels und Hostels nahe bei den Venues und eine Reihe von Apartments in traditionellen Holzhäusern, die recht günstig zu mieten sind.


photo: Jane Oliver

Hole in the Sky fand heuer zum 11. Mal statt. Neben drei Clubabenden im Garage Club und dem Wochenende im USF Verftet gab es ausserdem in der ganzen Woche mehrere am Tag und abends stattfindende Happenings, die mit dem Festival zusammenhingen. Das „Nicht-live“ Programm bot u.a. Dark Essence und Indie Recordings Listeningsessions mit einem Liveset von Sahg, Alan Nemtheanga als DJ, Jason Rouse Stand-up show, einige Seminare, eine Metalauktion und ein Flohmarkt, um Geld für Bergens Waisenhaus zu sammeln, um nur einige Veranstaltungen zu nennen. Es gab auch die Gelegenheit, im USF eine Kunstausstellung und im The National Venue of Theatre (Den Nationale Scene „Svartediket“, das erste Black Metal Musical der Welt, zu sehen.


photo: Jane Oliver

Und hat es nun geregnet oder nicht? Tja, das Wetter war meist bewölkt, ein bisschen Sonne und die gelegentlichen Schauer. Im Unterschied zum vergangenen Jahr, wo der Regen die Leute zwang, sich auch während den Pausen in die Hallen zu quetschen, war es auch möglich, von der gemütlichen Terasse aus den Fjord zu überblicken…

Wie in den vergangenen Jahren war das Festval-Line-Up absolut genial! Und keine Notwendigkeit, sich die Bands auszusuchen, denn alle spielten auf derselben Bühne. Gut, wieder einmal in Bergen und wieder einmal Teil dieses einzigartigen Hole in the Sky Events zu sein, dem wohl atmosphärischten Metal Fest der Welt. (MT)


photo: Jane Oliver

Freitag, 27. August 2010

Secrets of the Moon 18.00 – 18.35
Die deutschen Blackmetaller Secrets of the Moon hatten die Ehre, das Wochenende zu eröffnen. Etwas mehr Leute hätten schon dabei sein können, aber die Anwesenden wurden durch eine gute Show in eine angenehme Festivalstimmung versetzt. Obwohl mir die düsteren Klänge von Secrets of the Moon nicht so vertraut waren, genoss ich die Show, und es heisst, dass die Jungs mit ihrem neuen Album „Privilegivm“ 2009 ganz neue Höhen erreicht haben. Die Band spielte auch am nächsten Tag beim HITS for Kidz im Garage. (MT)

Solstafir 18 .55 – 19.30
Die SchwarzeMesse ging am Freitag mit weniger schwarzen, aber umso verführerischen isländischen Weisen weiter. Vor der Bühne befanden sich viel mehr Leute als vorher, darunter sowohl alte als auch zukünftige SÛlstafir Fans. Das starke Quartett A_albjˆrn Tryggvason, Gu_mundur ”li P•lmason, SÊ_Ûr MarÌus SÊ_Ûrsson und Svavar Austmann haben so einen faszinierenden Stil kreiert, der sich von allem anderen, egal was, abhebt. Die Menge scheint vom ersten Ton an total im Bann der Band zu stehen, die einen leidenschaftlichen Gig spielt. Das kürzeste Set des Festivals begann mit dem schönen „Kˆld“, gefolgt und beendet mit dem atmosphärischen und extrem langen „Ritual of Fire“. Wegen der kurzen Spielzeit (35 min) und der Intensität der Show kam das Ende überraschend schnell. Hinterher konntest du verwirrte Kommentare hören: „Was, nur zwei Songs?“ (MT)

The Devils Blood 20.00 – 20.45
Offensichtlich stark von der Vergangenheit beeinflusst, klingen TDB so “vintage” dass nur ihre Live-Show beweisen kann, dass die Band aus der Gegenwart stammt. Keine Diskussionen, es scheint, die Band spielt nur für sich selbst, keine Pause zwischen den Songs, keine Ansagen, und viele dieser psychedelischen Rock Juwelen entpuppen sich als intime Jam Session, wie River Of Gold, Voodoo Dust und das unglaubliche Christ Or Cocaine. Für die Live-Show erscheinen alle Bandmitglieder in Blut getränkt, und Sänger „The Mouth Of Hell“ scheint sich in einerTrance zu befinden, was zur Atmosphäre dieser tollen Performance beitrug. (JO)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Ihsahn 21.20 – 22.05
Ihsahns Show zeigte Können. Um live spielen zu können, hat der Extrem Metal Hexer die Dienste der aufstrebenden Notodden Band Leprous in Anspruch genommen, und diese relativ jungen Männer umgibt eine unerklärliche Aura der Coolness, wie sie so mit Ihsahn auf der Bühne stehen. Gemeinsam bilden sie eine Gruppe, die dem Publikum sicherlich stets das beste vom besten gibt. Der Höhepunkt der Performance und instrumental gesehen des gesamten Festivals war wohl erreicht, als drei 8-String Gitarren und ein 5-String Bass gleichzeiting gespielt wurden. Das nenn ich einen Heavy Sound.

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Neben Ihsahns Releases lohnt es sich auch, Leprous´ Debutalbum „Tall Poppy Syndrome“ anzuchecken. Mit dem dritten Album „After“ hat Ihsahn die Trilogie seiner Solokarriere vorgelegt. Mal sehen, was die Zukunft für Ihsahn Fans so bringt. (MT)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Cathedral 22.45 – 23.45
Diese Happy Groove Doomster ziehen schon seit 20 Jahren ihre Runden und waren eine willkommene Ergänzung des diesjährigen HITS. Offensichtlich fühlten sich die Mannen um den enigmatischen Fronter Mr Lee Dorrian hier auch wohl und legten mit Vampire Sun los, eine vortreffliche Wahl, um das Publikum in die richtige Stimmung zu versetzen.

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Wir kriegen ein typisches Cathedral Set mit Soul Sacrifice, Cosmic Funeral, Corpsecycle, Ride (klar), das mit Lees Frage endet: “gibt es heute irgendwelche Hexen im Publikum?”was natürlich nur eines bedeutet – Hopkins (The Witchfinder General). (JO)

Venom 00.45 – 02.15

photo: Monika Serafinska/Hole In The Sky
Die BM GÖTTER Venom sind natürlich was besonderes für alle Anwesenden, was deutlich wird, wenn du versuchst, in diesem Gedrängel einen Platz zu finden, von dem aus du was siehst. Die Band ist ja dafür bekannt, live manchmal chaotisch und ungenau zu sein, aber das ist diesmal nciht der Fall, alles klingt tight. Wir kriegen eine leckere Setlist in diesem 90 min Headliningslot, darunter Black Metal, Antichrist, Straight To Hell, Don´t Burn The Witch, 1000 Days In Sodom, 7 Gates Of Hell, At War With Satan, Buried Alive und am Schluss Witching Hour. Perfekt. (JO)

photo: Christian Misje/Hole In The Sky

Samstag 28.8.2010

Nunslaughter 18.55 – 19.30
Der Underground hat einiges zu bieten. Diese energiegeladenen Punk-Death Maniacs aus den USA leiteten unseren Samstag ein, nachdem wir Obliteration verpassten… Die unterhaltsamen Ansagen von Drummer Jim Sadist und Sänger Don of the Dead verliehen der Performance einen etwas ungewöhnlichen Rhythmus und nahmen etwas vom In-die-Fresse Feeling der Musik. Als zweite Band des Tages waren Nunslaughter noch mit keiner allzu grossen Menge konfrontiert, aber die Headbanger feierten sie lautstark ab. In den 20 Jahren ihres Bestehens hat diese Band eine beachtliche Anzahl an Veröffentlichungen vorzuweisen. (MT)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Triptykon 20.00 – 20.55
Triptykon präsentierten einen der derbsten Sounds dieses Wochenendes. Die beeindruckende Show enthielt sowohl Triptykon und Celtic Frost Songs. „Es ist eine Ehre, wieder zu Hause zu sein”, betonte Warrior, ehe die ersten Töne von „Babylon Fell“ erklangen. Die lebende Legende Thomas Gabriel Fischer oder Tom Gabriel Warrior da auf der Bühne hat was. Er scheint sehr stolz auf das Triptykon Debut „Eparistera Daimone“ zu sein, das dieses Jahr erschien.

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Eine neue EP „Shatter“ wird am 25. Oktober in Europa veröffentlicht. Ich hatte unterschiedliche Beurteilungen ihrer Show beim Jalometalli 2010 erhalten und wusste nicht wirklich, was mich da erwartet. Das HITS Publikum bejubelte Triptykon und ja, mich haben sie auch überzeugt. (MT)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Watain 21.35 – 22.25
Die Black Metal Schweden Watain spielten ein 50min Set vor vollem Haus. Auch die Metal Medien haben viel Rummel um das letzte Album ´Lawless Darkness´ gemacht, von dem Malfeitor, Reaping Death und Wolves Curse geboten wurden. In der Setlist weiters Sworn to the Dark, I Am The Earth, On Horns Impaled und Stellavore.

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Neben dem tollen Sound gab es auch eine durchgehende Flammenshow hinten an den Drums, dann noch viele Kerzen und diversen Pyros. Ein bisschen viel vielleicht, denn die Raumtemperatur stieg und ich musst emich schliesslich nach weiter hinter zurückziehen.(JO)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Obituary 22.45 – 23.45
Die Florida Death Metal Legenden legten eine Kich-Ass Performance hin, nach 4 Jahren Auszeit.Obituary sind live eine sichere Bank, und nach vielen Jahren und Alben, ziehen sie auch nach wie vor Publikum an. Sie hatten einen perfekten Slot am Samstag, da das Publikum bereits gut in Fahrt war. Nächstes Jahr wird offiziell Obituarys 25. Jubiläum gefeiert.

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Und nach all diesen Jahren haben diese Jungs noch immer viel Spass auf der Bühne. (MT)


photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Autopsy 00.45 – 02.15
Viele, inklusive mir, konnten nicht glauben, dass diese legendären Gore Metal Götter aus Kalifornien beim HITS 2010 spielen würden. In disem kleinen intimen Rahmen musstest du ziemlich rücksichtslos sein und deinen Platz vorne verteidigen, um was sehen zu können, sonst hattest du schon verloren, denn das Moshpit wuchs zunehmend bei Destined to Fested, Death Twitch, Gasping for Air, Human Genocide, Horrific Obsession, Severed Survival (es hätte Aufstände gegeben, hätten sie das nicht gespielt!), Spinal Extraction und Voices, insgesamt wurden 15 Songs gespielt. Das Genie hinter dieser Band, zuständig für Gesang und Drums, ist Chris Reifert. Seine Ansagen bekundeten, wie froh er ist, wieder im Sattel zu sitzen, und er versprach uns mehr (stimmt,die EP The Tomb Within kam gerade raus).

photo: Christian Misje/Hole In The Sky
Dan Lilker (Anthrax, Brutal Truth) hat live am Bass ausgeholfen und spielt heute die letzte Show mit Autopsy. Eine gnadenlose Live-Attacke, eine besondere Performance, ein Höhepunkt des HITS 2010. (JO)

Alles in allem hat Hole In The Sky wie immer erstklassiges Programm für den Underground Metal Fan geboten, für jeden war was dabei. Sobald du bei diesem Festival dabei warst, willst du jedes Jahr dabei sein, weil es jedesmal was Tolles gibt, diesmal Venom und Autopsy als Headliner. Metal Fans aus allen Ecken der Welt werden angelockt, aus offensichtlichen Gründen, und die Location im schönen und gemütlichen Bergen, Norwegen, ist ein weiterer. Ein erstklassiges Festival und nur zu empfehlen (und vergesst nicht fleissig zu sparen, um zum Überleben genug Kleingeld zu haben)! (JO)

Jane Oliver (JO) & Meri Tikkala (MT), transl. K.Weber

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski