Summer Breeze 2008

14.-17.8.2008 Dinkelsbühl, GER

2008, das Summer Breeze geht in die 11. Runde mit 90 Bands der verschiedensten Stilrichtungen geben sich an 4 Tagen auf 3 Bühnen die Klinke in die Hand, mehr Besucher als 2007, aber dennoch war die Stimmung im Allgemeinen sehr relaxt. Bis auf einige Schauer zeigte zudem auch der Wettergott ein wenig Gnade. Aber jetzt mal schön von Anfang an und der Reihe nach.

(Falls Fotos und Links nicht mehr funktionieren, am Textende gibt es eine interaktive Flickr Fotogalerie)

Tag 1, Donnerstag 14.08.2008
Bis auf einen netten 10 km Stau irgendwo auf der Autobahn verlief die Anreise stressfrei. Und im Gegensatz zu Mittwoch gab es bei den Einlasskontrollen auch keinen Megastau (in dem einige wohl gut und gerne 12 Std. gestanden hatten.).

Die Gewinner des Newcomer Wettbewerbs vom Vortag: Fuck Your Shadow From Behind, All Ends und Emil Bulls hatten bereits gespielt, als ich pünktlich zum Gig der Belgier Aborted im Fotograben der Painstage aufschlug. Brutaler geht´s kaum noch. Svencho und seine Mannen prügelten sich durch ein Set, das sich gewaschen hatte. Wer danach noch nicht wach war, hatte definitiv was an den Ohren! Brachial, schnell und insbesondere der Sänger war wie gewohnt absolut hyperaktiv. Kein Wunder, dass diese Energie im Nu auf die Menge übersprang.
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Danach sollte es auf der Mainstage einen Zacken ruhiger, aber nicht minder unterhaltsam zugehen. Hier kamen Fans mittelalterlicher Klänge voll und ganz auf ihre Kosten, denn Saltatio Mortis spielten auf und baten zum Headbangen und Mitsingen. Dieser Aufforderung kam zu noch recht früher Stunde doch schon eine ansehnliche Menge nach, die bereitwillig mitsang, klatschte und feierte!
Und was da an Crowdsurfern auf die Securities zukam, war definitiv auch nicht von schlechten Eltern.
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Nackenstrapazieren die Zweite! Rüber zur Painstage, Gravewormluden zum gepflegten Rübeabschrauben ein. Das ließ sich die Menge dann wiederum auch nicht zweimal sagen und ging von Anfang an zum düsteren Sound der Südtiroler mit. Diese Düsternis funktionierte trotz strahlendem Sonnenschein ganz hervorragend, kein Wunder, die Band war in bester Spiellaune.
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Zeit zum Ausruhen gab es nicht, denn auf der Hauptbühne legten kurz darauf Soilwork aus Helsingborg los. Mit gewohnter Intensität fraß ihnen das Publikum ebenfalls von den ersten Tönen an aus der Hand. Fronter Björn „Speed“ Strid war der Meinung, dass da noch mehr ginge und heizte die Menge weiter an. Bei der Setlist dürften höchtens Fans der ersten Alben etwas zu Meckern gefunden haben, denn diese ließ man außen vor. Allerdings tat das der Stimmung, aufgrund der Hitdichte der gespielten Songs sicherlich keinen Abbruch.
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Arch Enemy waren definitiv ein heiß begehrter Act auf dem Breeze, schaute man sich alleine die Menge an, die sich für den Auftritt vor der Mainstage eingefunden hatte. Los ging die Sause, angefeuert von Frontfrau Angela Gossow wurden zu Krachern wie „We Will Rise“ und „Nemesis“ eifrigst die Matten geschwungen. Auch hier blieb ein zufriedenes Publikum zurück.
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Nach einer kurzen Pause ging es dann gnadenlos auf der Painstage mit den Polen von Behemoth weiter. Wenn man nach der Institution in Sachen Brutalität aus dem Nachbarland fragen würde, fiele zweifelsohne der Name Behemoth, keine Frage. Nergal und seine Mannen ließen dann, bleichgeschminkt, düster und böse wie eh und je auch keinen Zweifel daran aufkommen und stiegen direkt in die Vollen. Da war definitiv jemand in Topform, denn was da mit einer Präzision in die Menge gepfeffert wurde, war absolut mächtig. Wer den Auftritt verpasst hat…tja, schämen und bei nächster Gelegenheit nachholen!
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Beinah zeitgleich gab es auf der Partystage auch die passende Beschallung für diejenigen, die es etwas ruhiger und dröhnender bevorzugten. Denn dort doomten sich die Nautic Funeral Doomer von Ahab durch ihr Set. Definitiv Schwere Kost, die aber dennoch eine beachtliche Anzahl von Fans vor die Bühne ziehen konnten. Tiefe, tiefe Growls trafen auf tonnenschwere Riffs, die eine absolut fette und bedrohlich düstere Klangwand erzeugten, die locker mit der Behemothschen Düsternis mithalten konnte.


Was hatte ich im Vorfeld Bedenken bezüglich des Paradise Lost Gigs, wirkte deren Auftritt beim Rock Hard Festival im Mai doch alles andere als mitreißend und motiviert. Hier sollten wir auf alle Fälle eines Besseren belehrt werden. Insbesondere Sänger Nick Holmes wirkte wie ausgewechselt, unterhielt sich mit der Menge, feuerte an und wirkte umso einiges lebhafter und begeisterter. SO hatte ich mir einen Auftritt der Briten vorgestellt, so und nicht anders! Im Repertoire waren „Never For The Damned“, „Erased“ und „Pity The Sadness“ neben anderen Krachern zu finden – keine Frage, hier bewiesen PL definitiv wie klischeefrei und energiegeladen düstere, melancholische Songs vorgetragen werden können. Damit hat die Band auf alle Fälle den negativen Eindruck vom RH Festival wieder ausgebügelt.
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Die an der Seite der Bühne hängende Irlandflagge ließ bereits erahnen, wer nun gleich die Bühne entern würde: Primordial, eine der wohl intensivsten Livebands waren nun an der Reihe.“Empire Falls“ eröffnete den theatralischen und sehr emotionalen Gig der Iren, charismatische vorgetragen von Sänger Nemtheanga. Episch, gefühlvoll, mitreißend – 50 Minuten, 6 Songs, eine absolut saubere, wenn auch nicht die beste Primordial Show. Anzumerken sei auch, dass der Drummer diesen gewohnt routiniert durchzog, trotz Angeschlagenheit.
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Wem das bisher zu düster und schwermütig war, der dürfte nun auf der Mainstage mit Helloween voll auf seine Kosten gekommen sein. Beinah 25 Jährchen haben sie auf dem Buckel, aber die Herren sind kein Stückchen leiser geworden, im Gegenteil (auch wenn´s stimmlich teilweise Abstrichte zu machen galt)! Der Platz vor der Bühne war rappelvoll, die Band zockte vor einem riesigen Backdrop und später wurden zusätzlich noch zwei riesige beleuchtete Kürbisse aufgefahren – da ließen sie sich wirklich nicht lumpen. Soviel zum visuellen Teil, mit „Future World“ und „I Want Out“ als fulminantes Finale gab´s aber auch zudem ordentlich was auf die Ohren. Da waren spätestens gegen Ende des Gigs beinah ausnahmlos zufriedene Gesichter im Publikum auszumachen!
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Für den Fall, dass das ganze Treiben auf der Hauptbühne eine Spur zu „happy“ war, gab es auf der Partystage die Möglichkeit sich von Cephalic Carnage in derbst brutaler Manier die Ohren durchpusten zu lassen. Hier tobte im wahrsten Sinne der Mob, denn die Jungs machten keine Gefangenen und prügelten von Anfang bis Ende munter durch´s Set. Einen lustigen Gag gab´s gegen Ende des Sets, als man sich beim Publikum erkundigte, ob dieses Lust auf „real Norwegian Black Metal from Texas“ hätte. Da dies eifrig bejaht wurde, kehrte der Fronter mit Corpse Paint Maske, die anderen mit Königsmasken zurück und zockten eine Runde fiesen BM, die so manche waschechte BM-Truppe sicherlich vor Neid hätten erblassen lassen.

Bleiben wir doch gleich beim schwarzwurzeligen Sound, Marduk aus Schweden luden nun auf der Painstage , als letzte Band des Tages (zumindest auf den Hauptbühnen) zum düster-kalten Sounderlebnis. Fies, finster und ultrabrutal brettern die Mannen um Sänger Mortuus durch´s Set und holen so das letzte aus der Menge heraus. Der Schwerpunkt lag definitiv auf dem älteren Material. Für das berühmte Tüpfelchen auf dem I sorgte ein Gastauftritt von Primordial Sänger Alan Nemtheanga.
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Mitterweile war es schon nach eins, als die Schweden von Cult Of Luna die Bühne betraten, nachdem das Programm auf den Hauptbühnen vorbei war. Sehr vielschichtig, abwechslungsreich und einnehmend, das ist der Sound der Jungs. Bisweilen wirkten die Songs gar hypnotisch, denn diesem kontrastreichen Mix aus Gekreische und betörend ruhigen Passagen, kann man sich nicht entziehen.
Zurück blieb, nach einem eigentlich viel zu kurzen Gig, eine beeindruckte Menge, die lautstark nach Zugabe forderte. Die Schweden dürften hier wohl definitiv eine beachtliche Zahl an Fans hinzugewonnen haben!
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So langsam machte sich der lange Tag mit anstrengendem Hin- und Hergerenne zwischen den Bühnen bemerkbar, aber was tut man nicht alles, wenn man möglichst viele Bands sehen will?! Despised Icon waren von ihrem ursprünglichen Platz im Billing (19 Uhr) auf nachts 2:15 geschoben worden, was dem ganzen jedoch keinen Abbruch tat. Wer derart energiegeladen auf die Bühne stürmt und die Menge mitreißt, hat um diese Uhrzeit wirklich einen Orden verdient. Zwei dermaßen hyperaktive Sänger, die die Fans immer wieder anheizen, kombiniert mit irrer Geschwindigkeit und brutalem „in-die-Fresse-Sound“, das musste einfach einschlagen wie eine Bombe – und das tat es, ohne Zweifel. Wer sich bereits zum Pennen ins Zelt verzogen hatte, hatte definitiv einen genialen Gig verpasst.
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Tag 2, Freitag 15.08.2008

Der Freitag begann eklig nass und grau, aber wo kämen wir denn hin, wenn wir uns von kleinen Regenschauern davon abhalten lassen würden, uns auch zu noch recht früher Stunde ein leckeres Metal“frühstück“ reinzupfeifen. Das gestaltete sich dann recht Norddeutsch, denn Dark Age stiegen kurz vor 11 mit „Fix The Focus“ auf die Bretter. Toll, dass sich eine bereits zahlreich anwesende Fanschar die gute Laune nicht vom miesen Wetter versauen ließ!Und headbangen eignet sich doch auch vorzüglich, um die Haare wieder trocken zu bekommen!
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Leicht angeschlagen betraten Heidevolk kurz darauf die Hauptbühne – soll heißen, mit nur einem, statt zwei Sängern. Ein wenig fehlte der zweite Mann schon, aber dennoch gaben sich die Herren alle Mühe diesen Verlust Wett zu machen und legten einen ordentlichen Gig hin.
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Musikalisch wie optisch fielen nun Midnattsol etwas aus dem Rahmen. Eine ganz in Weiß gekleidete Frontfrau, die elfengleich über die Bühne schwebte, jedoch bis auf die Bassistin, die headbangend in die Vollen ging, wirkte der Rest der Musiker nicht ganz so motiviert. Falls dieser Eindruck allerdings getäuscht haben sollte, so möge man mir das verzeichen, mich hat der bombastische symphonische Nordic Folk Metal allerdings nicht so vom Hocker gehauen.
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3 Inches Of Blood aus Kanada fuhren da dann schon ein ganz andere Kaliber auf und dürften wohl der leicht fröstelnden Menge vor der Bühne eine Runde eingeheizt haben. Schön kultig und äußerst true mit Kutte und einer Menge Energie, so soll das sein!
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Während der nun folgenden Bands Schelmish, Mad Sin und Megaherz, zog ich es vor mal eine Pause einzulegen, der Tag sollte noch lang werden.
Pünktlich zur Partytruppe aus Finnland, Korpiklaani war ich allerdings wieder im Fotograben.
Wow kann ich da nur sagen, der Platz vor der Mainstage war, besonders für diese Uhrzeit, ordentlich vollgepackt und allenthalben waren Korpiklaani Gesänge zu vernehmen. Nach dem Auftritt gab´s jedenfalls eine Menge (bierseelig) grinsender Gesichter, und die Finnen hatten wieder einmal bewiesen, dass sie volksmusikalisch angehauchtes Liedgut metalltauglich rüberbringen können.
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Pro-Pain setzen die Party dann in guter alter New Yorker Gangart auf der Painstage fort, denn die Herren sind auch nach 16 Jahren kein bisschen leise und hatten leichtes Spiel, die Menge so richtig zum Toben zu bringen. Kein Firlefanz auf der Bühne, einfach mitten in die Fresse, das ist seit eh und je die Devise und das funktioniert auch heute wieder, Daumen hoch, Party pur!
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Enemy Of The Sun schlugen unterdessen im Partyzelt nicht minder ruhigere Töne and und sorgten auch dort, vor einer ansehnlichen Zahl an Fans für Stimmung. Energiebündel Jules stand eh keine Sekunde still und verpasste mit seinem variablen Organ der Musik von Waldemar Sorychta den letzen Schliff. Als dann auch noch Gus Chambers auf die Bühne kam, um die beiden Grip Inc. Songs „Ostracized“ und „Hostage To Heaven“ zum Besten zu geben, war die Sache perfekt.
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Kurz nach Release ihres neuen Krachers „The Sick´s Sense“ enterten End of Green, die man getrost zum Festivalinventar zählen könnte, die Bühne und ließen keine Wünsche offen, denn die Jungs waren definitiv in Topform. Kein Wunder, eine derart große Fanschar, spornte sicherlich zusätzlich an. Vor allem, wenn derart begeistert mitgesungen wurde! Daumen hoch, immer wieder gerne.
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Parallel zu Six Feet Under spielten die Schweden Manegarm auf der Partystage und kredenzten ihre Mischung aus Death, Black und Pagan, welche bei den eifrigen Mattenschüttlern bestens ankam. Ja, ich hatte diese Band zuvor noch nie live gesehn, hatte mich aber aufgrund von CDs sehr auf den Auftritt gefreut und sollte von dieser energiegeladenen Performance nicht enttäuscht werden.
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Six Feet Under, eine der Death Metal Truppen aus Amiland zerlegten derweil auf der Hauptbühne alles in Stücke. Rastaman Chris Barnes trieb das Publikum mit einem Best-Of an Songs immer weiter an. Was angesichts der fetten Soundwand und bester Spiellaune wohl auch kein großes Problem darstellte.Spätestens bei „TNT“ gab´s eh kein zurück mehr, der Mob tobte, herrlich!
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Kataklysm knüpften nahtlos an und verwüsteten das bereits angerichtete Schlachtfeld eine Runde weiter. Die Airline-Schlampereien (Equipment-und Backdropverlust) ließ man sich nicht anmerken und spielte souverän auf dem von Eluveitie und Aborted geliehenen Equipment einen formidablen Gig. Das ist Death Metal, wie live brachialer kaum sein könnte, Publikum plattgemacht, Mission erfüllt!
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Shadow Reichenstein waren eine der wenigen Bands, die mir nur dem Namen nach geläufig waren. Aber dazu ist das Summer Breeze auch immer wieder gut, unbekannte Truppen entdecken, in diesem Fall Horrorpunk. Perfekt gestylt betraten die Texaner die Bühne, der Fronter erinnert mich doch unweigerlich ein wenig an Wednesday 13. Locker wurde ein Set gezockt, bei dem die Jungs wohl einige neue Fans hinzugewonnen haben dürften.
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Da Subway To Sally nicht so ganz meine Baustelle sind, zog ich es vor weiterhin im Partyzelt zu bleiben, um mir dort gepflegt die Ohren von den Niederländern Textures durchpusten zu lassen. Beschreiben lässt sich dieser polyrhythmische Wahnsinn irgendwo zwischen Death und Thrash kaum, das muss man gesehen haben. Fans vertrackter Klänge kamen hier jedenfalls voll auf ihre Kosten. Die Jungs waren jedenfalls voll in ihrem Element und legten sich nicht nur technisch versiert so richtig ins Zeug.
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Während ASP auf der Hauptbühne den zweiten Tag beenden, stürmen Hollenthon die Partystage und wieder einmal, habe ich meine Entscheidung im Zelt zu bleiben nicht bereut. Einige Jahre war es still um die Österreicher, nun sind sie aber wieder da, und wie!Das Zelt war bis auf den letzten Platz belegt und die Menge feierte zur düster epischen Musik, die äußerst mitreißend dargeboten wurde. Nix zu Meckern.
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Episch sollte es dann weiter gehen, The Vision Bleak standen als nächste auf dem Programm. Berichte über beeindruckende Konzerte waren ihnen vorausgeeilt und mir zu Ohren gekommen, hier hatte ich nun die Möglichkeit, mich auf eindrucksvolle Weise davon überzeugen zu lassen. Der Platz vor der Bühne war trotz später Stunde immer noch mehr als gut gefüllt und die Band hatte mit den offenbar immer noch recht fitten Fans ein leichtes Spiel. Es wurde eifrig mitgesungen und der Fronter, in sehr edlem Zwirn, war auch des Öfteren direkt an der „Front“ bei den singenden Fans zu sehen.
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Jesus On Extasy schließlich sollten den Tag nun wirklich beenden. Hier war definitiv Partyvolk am Start, denn leerer war das Zelt immer noch nicht geworden. Optisch wurde hier (besonders für den männlichen Teil des Publikums) einiges geboten. Und so ging´s dann bei der Elektro/Goth/Industrial Sause nochmal ordentlich rund. Ich strich allerdings nach knapp 3 Songs endgültig die Segel.
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Tag 3, Samstag 16.08.2008

Debauchery sorgten für einen blutigen Start in den Tag, und das vor bereits zahlreich versammelten Festivalbesuchern. Schön zu sehen, dass viele bereits so zeitig aus den Zelten gekrocken waren. Aber hey, nach so einem Auftritt war dann auch sicherlich jeder der Anwesenden wach. Wer´s jedenfalls nach diesem Geballer und soviel Blut für die Blutgötter nicht war, nun direkt danach gab es eine zweite Chance.
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Japanische Kampfhörspiele kredenzten eine ordentliche Portion Grind am frühen Morgen. Die Meisten wechselten wohl nach dem Blutgemetzel auf der Painstage direkt zu Jaka, denn auch hier war ordentich was los. Es wurde geblastet, gegroovt und Nacken wurden strapaziert, schön untermalt und angetrieben vom quiekenden und grunzenden Sänger mit rot/pinkem Haar. Yap, die Jungs sind vielerorts vielleicht noch eher Underground, aber wenn das so weitergeht wohl nicht mehr lange.
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Kontrastreicher konnte man danach wohl kaum beginnen: The Old Dead Tree aus Frankreich zogen nun die Menge mit äußerst abwechslungsreichem progressiven Doom mit Death und Gothiceinschlag in ihren Bann. Und in dem Fall war das durchaus wörtlich zu nehmen. Im Laufe des Gigs übte die Musik definitiv eine recht hypnotische Wirkung aus. Herrlich emotional, melancholisch und dennoch nicht langweilig. Vom Überhit „It Can´t Be“ bis hin zu neuen Sachen war alles dabei. Wäre nur schön gewesen, hätten die sympathischen Franzosen mehr Spielzeit gehabt!
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Autumn traten nun mit neuer Sängerin an, die erst ein Weilchen brauchte, um in die Gänge zu kommen: anfangs wirkte sie jedenfalls noch recht nervös, was sich offentlich von Song zu Song legte.
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Hackneyed haben dann alle „ach die sind doch nur hier wegen des Alters, blabla“ Nörgler in die Schranken verwiesen. Denn spätestens nach dem ersten Song war wohl klar, dass Hackneyed den Altersbonus (Durchschnittsalter 17) nicht nötig haben. Das Songmaterial krachte jedenfalls gewaltig, und wenn da jetzt noch so richtig die eigene Handschrift mit ins Spiel kommt, seh ich Einiges auf uns zukommen. Die Jungs haben jedenfalls das große Interesse an ihrem Auftritt genutzt und einen positiven Eindruck hinterlassen.
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Endstille sorgten dann für Hochstimmung bei allen Schwarzwurzelfreunden. Brachial, böse und eiskalt. Und das um die Uhrzeit, da kam schon einiges an böser Stimmung rüber. Auch wenn ich mich nach wie vor nicht mit dem Sound der Truppe anfreunden kann, muss ich ihnen allein schon des Posens wegen ein paar Pluspunkte geben. Den Fans jedenfalls hat´s gefallen und routiniert und intensiv war´s allemal!
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Keep Of Kalessin aus Norwegen waren dann schon eher meine Baustelle. Optisch wie musikalisch äußerst beeindruckend. Nachdem ihr neues Album „Kolossus“ eingeschlagen war, hatte sich dementsprechend auch eine recht große Menge vor der Bühne eingefunden. Was soll man sagen, nach melodisch schwarzen Krachern wie „Come Damnation“ und Co wurde sicherlich niemand enttäuscht. Für mich definitiv eines der Highlights des Tages!
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Keine 10 Minuten nach Ende des KoK Auftritts walzten Dismember mit ihrem brachialen Todesblei eine Runde über die Menge. Fit wie eh und je und mit ordentlich Spaß inne Backen kamen die Jungs um Matti Kärki auf die Bühne. Allein in punkto Grimassen hätte man schon tonnenweise Bilder verschießen können. Egal, ob man den Sound der Schweden langweilig findet, oder ein totaler Fan ist, dieser Gig war unterhaltsam in jedweder Hinsicht. Schade, dass der Spaß nach knapp einer dreiviertel Stunde schon wieder vorbei war.
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Neaera sind live einfach eine Wucht, Punkt! Die Jungs stürmten auf die Bühne und machten gleich zu Beginn klar wo der Hammer hängt, immer feste drauf und bloß keine Verschnaufpausen lassen, das ist die Devise. Für den werten Herrn Sänger hätte die Bühne wohl gut und gerne noch ein paar Meter längern sein sollen, jedenfalls rannte er ständig wie von der Tarantel gestochen umher und stand kaum mal eine Sekunde still. Diese Energie übertrug sich dann auch in Windeseile auf die Meute. Das ist Metalcore, wie er sein soll!
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Ensiferum bedienten dann wohl eine ganz andere Klientel, und im Gegensatz zu Neaera war hier auch wesentlich weniger Gerenne auszumachen. Eine riesige Schar an Fans folkloristischer Melodien hatte sich vor der Hauptbühne eingefunden, um die Finnen eine Runde nach allen Regeln der Kunst abzufeiern. Das gelang den Jungs, die alle in Finnland-Röcken auf der Bühne standen, tadellos. Neben den üblichen Verdächtigen „Lai Lai Hei“ oder „Token Of Time“ gab´s dann gegen Ende gar eine Coverversion von Maiden´s „The Trooper“.
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Nach einer kleinen Verschnaupause begann für mich die Rennerei wieder, nun war neben den beiden Hauptbühnen auch auf der Partystage wieder ordentlich was los. Hacride waren mein erstes „Muss“ des Tages im Zelt. Wenn man sagt, dass in Skandinavien wohl was im Wasser ist, ob der ganzen Bands, muss es wohl auch in Frankreich etwas geben, dass dort immer wieder, quasi aus dem Nichts technisch äußerst komplexe und versierte Bands auszuspucken scheint. Was Hacride da an vertrackter Brutalität abgeliefert haben, war einfach nur noch herrlich. Viele zappelten mit breitem Grinsen im Gesicht zu diesem Wahnsinn und ließen sich von den wahnsinnigen Franzosen mitreißen. Antesten, Leute!


Während auf der Hauptbühne die Heuschlacht bei H-Blockx tobte, bretterten Misery Speaks mit neuem Sänger in Sachen Death Metal auf der Partystage durchs Set. Nachdem der Basser einige Problemchen mit der Technik hatte, die nicht binnen Sekunden zu lösen waren, schnappte er sich kurzer Hand ein Mikro und stellte seine Gesangs-und Unterhaltungsqualitäten unter Beweis. Anderthalb Songs später war das Problem gelöst und die Show ging sauber weiter. Yap, das war ein cooler Gig mit ordentlich Spaß.
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Sonic Syndicate sind einfach ein Phänomen. Quasi aus dem Nichts katapultierten sich die Schweden nach ganz oben und momentan scheinen sie sich auch noch recht locker dort zu halten. Die Aufforderung, „richtig auszurasten, weils mit gefilmt wird“, wäre im Prinzip gar nicht nötig gewesen, Stimmung war so oder so da. Fast schon zu perfekt in punkto Choreo wurde eine recht energetische Show durchgezogen, zu der das Publikum munter mitmoshte.
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Heaven Shall Burn kann man gleich mit in die Phänomensparte stecken, die Jungs gehören auch definitiv zu den Aufsteigern und haben sich ihren Posten als Co-Headliner hart erarbeitet und verdient. Bereits nach dem ersten Song wurden „Wall of Death“ Rufe laut, denn dafür, sind HSB ja berühmt berüchtigt, vor allem was die Größe der Circlepits und Walls angeht. Allzulange war die Wall dann auch nicht rauszuzögern. „Ihr seid ja alt genug dafür, macht doch einfach!“. Das brauchte man nicht zweimal zu sagen, auch der Aufforderung nach dem Zusammenprall sofort wieder auseinanderzugehen und wiederum aufeinanderzuzulaufen, wurde nachgekommen. Danach war die Band wohl mindestens so beeindruckt wie das Publikum. Und wieder eins der Highlights!
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Novembre schlugen derweil auf der Partystage ganz andere, aber nicht minder mitreißende Töne an, selbst wir Fotografen konnte im Graben nicht still halten und wippten zwischendurch eifrig mit. Zu gut, dass man den italienischen Düster-Proggern keinen allzu frühen Platz im Billing verpasst hatte, in der Dunkelheit entfaltete ihre Musik doch gleich eine ganz besondere Atmosphäre! Die Italiener hatten ein leichtes Spiel, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, und so verflog die Zeit dann eigentlich viel zu schnell.
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Destruction sorgten dann für eine fette Portion Thrash beim Breeze. Beeindruckende Show auf perfekt dekorierter Bühne (riesiges Backdrop, Totenkopf-Mikroständern, Pyros en masse, Geknalle hier und da, Feuersäulen und Co). Die Band hat mittlerweile 25 Jährchen auf dem Buckel, aber sie sind kein bißchen leiser geworden, im Gegenteil. Dass auch hier eine klasse Stimmung herrschte, braucht man kaum erwähnen, oder? Spätestens, als der kultige Butcher die Bühne mit seinen Mädels enterte, war eh die Hölle los!
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Wer statt Thrash lieber eine Runde grooven wollte, war bei den Schweden Mustasch und ihrem Stonerrock bestens aufgehoben. Der Sänger konnte mit deutschen Ansagen glänzen, die zwar grammatikalisch nicht einwandfrei, dafür aber umso sympathischer rübergebracht wurden. Bis zur nächsten Tour wolle er sein Deutsch dann eine Runde aufpolieren. Egal wie Jungs, ihr habt gerockt! „Deutschland wir lieben dir!!“ – Ja wir dir auch Mustasch! In Bälde werden die unterhaltsamen Schweden wohl auf Tour sein.
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Cradle Of Filth waren sicherlich neben Emil Bulls mit die am kontroversesten diskutierte Band. Man liebt sie und man hasst sie. Und nach diesem fetten Auftritt von HSB hatte es eh sowieso jede andere Band schwer. CoF ebenso. Die Briten zelebrierten ein Best Of Set, u.a. bestehend aus „Dusk And Her Embrace“, „Nymphetamine“ oder „From The Cradle To Enslave“. Zwischendurch waren auch eine Keyboarderin und Sängerin mit von der Partie. Zum Leidwesen der Fans war, trotz zwei Zugaben, schon ein paar Minuten vor Ende des eigentlichen Sets Schicht im Schacht, da wäre doch bestimmt noch was dringewesen?!
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Einer der besten Auftritte des Festivals stand nun an. Anathema ließen das Festival denkwürdig ausklingen. Nix von wegen total ruhig und langweilig. Wer das erwartet hatte und deswegen nicht hingegangen war, Schande über euch! Die Cavanagh Brüder jedenfalls waren zu Späßchen aufgelegt und der gesamte Gig ging recht locker-flockig, aber hochemotional über die Bühne. Spätestens bei „Natural Disaster“, war es um die meisten geschehen, ein sehr intensiver Song mit zusätzlicher Unterstützung durch eine Sängerin. Ab und an erkundigte sich der Sänger mitfühlend nach dem Publikum, ob es denn nach „Four days camping in the fields“ noch fit wäre. Die Stimmung stieg zunehmends und ich habe so einige Kommentare á la „Also, dass die sooo geil sind, hätte ich gar nicht gedacht, ich brauch die CDs!“ vernehmen können. Obendrauf gab´s als Schmankerl Pink Floyd´s „Comfortably Numb“ und als wäre das noch nicht genug gewesen, sorgte der Destruction Butcher für eine definitiv unterhaltsame Einlage mit seinem „Kampf“ mit den Anathema Jungs und seiner showreifen Robot-Einlage.Einen solchen Gig, gib´s so schnell sicherlich nicht mehr.
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Zusammenfassend kann man da wohl nur sagen, dass das Breeze auch 2008 wieder eine gelungene Sache war und dass es möglich ist, für 60 € eine geniale stilistische Bandbreite aufzufahren. Ich für meinen Teil hätte mich auch mit einigen Bands weniger zufrieden gegeben, denn dadurch könnten manche Acts vielleicht ein wenig längere Spielzeiten erhalten. Bis auf den übelst langen Anfahrtsstau, den man im kommenden Jahr hoffentlich vermeiden kann, verlief das Festival auch, soweit man das bisher mitbekommen hat, wohl auch recht ruhig. Ein Lob auch an die Jungs der Security, die wie gewohnt äußerst relaxt ihren Job taten und zwischendurch immer mal für ein Schwätzchen oder Späßchen (Heuschlacht bei H-Blockx, Klatschunterstützung und Crowdsurfen bei Anathema, etc…) zu haben waren. Bleibt nur zu hoffen, dass das Festival nicht größer wird, denn wir lieben das Breeze doch gerade deswegen, weil es keine Wackendimensionen annimmt. Ansonsten entzerrte die neue Geländeaufteilung die Massen, so dass es trotz erhöhter Besucherzahl nicht vollgestopft wirkte. Der positve Eindruck überwiegt also, so dass ich wohl sagen kann: Breeze 2009, wir kommen!

photos: Cornelia Wickel
BehemothSB2008-6957

 

Cornelia Wickel

cornelia@stalker-magazine.rocks - Reportagen, Fotos

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