Nightwish, Tarot – Marco Hietalas 7 Todsünden

Klar, dass ein so „alter Hase“ in der Metalszene wie Marco Hietala (Nightwish, Tarot) eine Menge Erfahrung mit den sieben Todsünden hat, die er hier mit uns teilt…

Völlerei
Sich viel zu voll stopfen… ist so wie Geiz, aber du verstehst das nicht, du machst es einfach. Ich mach mir ohnehin nicht so viel aus Essen, ich kann nicht so gut kochen, nur grad mal Eier braten.

Faulheit
Damit kann ich mich identifizieren, ich bin faul (lacht) Klar, du machst absolut nichts bei Faulheit, du hast keine Energie, keinen Drive für irgendwas. Mir geht es noch immer so, aber da sind die Dinge, ich machen will oder machen muss, also ist Faulheit kaum drin. Wenn du in Bands spielst, Songs schreibst, auch die Texte, alles, dann machst du das einfach, die Energie kommt dann von irgendwoher, wohl vom selben Ort wo die Inspiration her kommt.

Eitelkeit
Eitelkeit? Was für Dummköpfe! Eitelkeit ist überflüssig… Sich selbst zu mögen ist etwas anderes als sich selbst zu verherrlichen, etwas völlig anderes, viel extremer.

Gier
(seufzt) Das ist auch etwas, was ich ziemlich langweilig finde, denn ich glaube, du hast im Leben andere Aufgaben als nur immer mehr zu wollen, da muss es eine Zeit geben, wo du dich nur entspannst und alles leichter nimmst, da muss es was anderes geben. Bin ich gierig? Nein, ich glaube nicht, war ich nie.

Lust
Lust, mmm… Ich kann noch immer Lust empfinden, wenn du auch gute Gesellschaft dafür hast, dann kann es toll sein. Aber natürlich, naja… wenn du es übertreibst, mit zu vielen Leuten und zu vielen Beziehungen, verliert es an Wert.

Zorn
Wenn ich nicht in einer Heavy Metal Band spielen würde, dann hätte ich das Problem, weil ich kein Ventil dafür hätte, so kommt es aber auf friedlichere und “sicherere” Weise raus, sozusagen. Es gibt vieles, das mich zornig macht, die Weltpolitik zum Beispiel, da gibt es jede Menge. Beispielsweise Israel, wo wir gespielt haben, die Mauer aufzubauen und die Palästinenser auszusperren, und dann der Krieg im Mittleren Osten. Das ist wegen den Amerikanern, wegen dem Geld, wegen Leuten, die an der Macht sitzen und die Entscheidungen treffen. Wenn du in den Staaten spielst, machst du es für die Leute von der Strasse, die deine Musik und die Band mögen, ich hab diese Leute getroffen, sie sind auf der ganzen Welt gleich, trotz der unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Sprachen und so – denn jeder, egal wo, will ähnliche Dinge: einen Lebensunterhalt verdienen, Essen am Tisch und ein Dach über dem Kopf haben, nette Kleidung. Das meinte ich mit der Politik, die ärgert mich am meisten.

Neid
Das ist etwas, worunter ich am meisten leide, aber grundsätzlich weiss ich, wann es zuschlägt, also komme ich auch schnell drüber weg. Neidisch auf die gute Position in einer Band vielleicht … (lacht), aber das ist lange her! Mir geht es nun ziemlich gut, mit Leuten, mit guten Beziehungen, aber wenn du einsam bist, dann wirst du neidisch. Egal welches Leben du lebst, du kommst irgendwann in Schwierigkeiten. In einer erfolgreichen Band zu sein bedeutet in erster Linie Sicherheit, du kannst die Miete bezahlen und deine Kinder sind abgesichert, also ist mein Leben nicht perfekt, aber nun ziemlich gut.

Autor: Marina Sidyakina, transl. K. Weber, photos: Saila Haapanen

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.