Wacken 2007

2.-4.8.2007 Wacken, GER

70.000 Leute mehr zählte das kleine und doch weltberühmte Kuhkaff Wacken in Schleswig Holstein an diesem Wochenende. Die Aussichten waren zunächst nicht sehr verlockend, denn der Regen hatte die Wiesen so aufgeschwemmt, dass die Veranstalter auf ihrer Website die Besucher baten, erst am Donnerstag anzureisen, damit mit Stroh und ähnlichem nachgebessert werden kann. Glücklicherweise scheint die Wacken-Crew Petrus dann doch noch bestochen zu haben und die Sonne trocknete alles am Donnerstag wieder. Beim Line Up war diesmal für jeden Geschmack etwas dabei. und die meisten kamen nicht nur einmal ins Schwimmen, weil oft gute Bands zeitgleich spielten. Wir haben wie schon im Vorjahr in Kooperation mit Metal.de die meisten Bands für Euch schaffen können.

(Interaktive Flickr-Fotogalerie am Ende des Texts) 

Tag 1 – Donnerstag, 02 August 2007

Sodom
Donnerstag, 19:45 – 21:30
Black Stage

Zeitreise total hieß es dieses Mal bei Tom Angelripper und seinen Mannen… und zwar allen noch greifbaren Mannen, die noch am leben sind und fähig zu spielen – also Frank Gosdzik (Frank Blackfire), Michael Hoffmann, Andy Brings, Guido Richter (Atomic Steif) und Josef Dominic (Grave Violator). 25 Jahre Sodom wurden mit einem Potpourri von Klassikern wie „Napalm in the Morning“, „Ausgebombt“, aus der gesamten Schaffenszeit würdig gefeiert bis die Sonne unterging. Mitten im Set hat Tom seine alte Kutte angezogen und einen echt sauschlechten Witz erzählt: „Kommt ein Musiker zum Arzt. Sagt der Arzt: „Sie haben nur noch zwei Wochen zu leben!“ Darauf der Musiker: „Wovon denn?“ – echt kultig!
Die bald erscheinende Platte „The Final Sign Of Evil“ mit Neueinspielungen von alten Sodom-Klassikern wird sicher weggehen wie warme Semmeln. Gefehlt hat mir „Agent Orange“, ansonsten war alles dabei was sollte. Auch wenn man den ehemaligen Sodomlern (außer Brings) anhörte, dass sie etwas aus der Übung waren, war alles im Großen und Ganzen sauber gemacht und beim letzten Song, als sie alle zusammen spielten, schon ein toller Anblick.
(sa)

Hatesphere
Donnerstag, 21:55 – 22:40
Black Stage

Kaum haben Jacob Bredahl und seine Hatesphere-Mannen die Bühne erklommen, ist schon klar: Ein Höhepunkt des diesjährigen W:O:A steht gerade auf der „Hellfest Stage“. Der glasklare, wuchtige Sound sorgt dafür, dass Brecher wie „The Sickness Within“ doppelt so drückend wie aus der Konserve auf den Hörer einschallen und die Band spielt einwandfrei, allen voran Frontdäne Bredahl. Dieser ist zwar leicht angetrunken, aber umso sympathischer sind die Ansagen, und beim Singen ist der Mann so oder so eine Wucht. Ein gelungener Auftritt, dessen Beschreibung eigentlich nur eines Wortes bedarf:geil!
(Death Angel / Metal.de)

Saxon
Donnerstag, 22:00 – 24:00
Black Stage

Wacken ist ein Heimspiel erster Klasse für Saxon. Kaum eine andere Band ist in den letzten Jahren derart häufig hier aufgetreten wie die NWOBHM-Legende. Somit ist es durchaus verständlich, dass Saxon wie die Heimmannschaft eines Fußballspiels begrüßt und abgefeiert wird. Musikalisch sind die Briten über jeden Zweifel erhaben. Neben einigen neuen Songs (u.a. `Red Star Falling` und `Let me Feel your Power`) stehen vor allen Dingen Klassiker wie `Crusader` und `Denim and Leather` auf dem Programm. Erstaunlich – und wie ich finde sehr schade – ist, dass die beiden Vorgänger Lionheart und Killing Ground fast gar nicht berücksichtigt werden. Dennoch sind Saxon kurzweilig wie eh und je, was auch an einer hervorragenden Licht- und Pyro-Show liegt. Immer wieder gerne!
(tp)

Letzte Instanz
Donnerstag, 21:10 – 22:45
W.E.T. Stage

Während sich schon der Schweiß der im W.E.T. Zelt zusammengepferchten Masse an der Decke niederschlug, regte sich plötzlich etwas… Mit einem theatralischen Intro betraten Letzte Instanz die Bühne, Sänger Holly mit seinem breiten, schelmischen Grinsen im Gesicht. Gestartet wurde mit „Du und Ich“, dem Opener ihres aktuellen Albums „Wir sind Gold“. Die selbsternannten Folk-Goth-Rocker mussten ihr Publikum nicht lange bitten, der Funke Sprang von der ersten Note an über. Songs wie „Unerreicht“, „Ohne Dich“ und „Tanz“ wurden von dem restlos begeisterten Publikum sehr textsicher wiedergegeben. Mit dem Song „Mein Todestag“ sollte die Band nicht nur ihre langjährigen Fans angesprochen haben, das Lied zählt zwar zu den ältesten, aber auch bekanntesten Letze Instanz–Werken. Es ist heute noch, zusammen mit „Das Stimmlein“ und „Rapunzel“, von keiner anständigen Goth-Rock Party wegzudenken. Anschließend erzielten die Dresdner einen richtigen Überraschungseffekt, als sie den zuletzt gespielten Song „Rapunzel“ in den Endsiebziger KISS-Hit „I was made for loving you“ verwandelten.
(kd)

Electric Eel Shock
Donnerstag, 22:15 – 22:45
W.E.T. Stage

Leider ging viel Zeit der durchgeknallten Japaner durch einen ewigen Soundcheck verloren, aber als Electric Eel Shock endlich loslegten, entschädigten sie für das lange Warten. Gewohnt extrem wurde mit ihrem Mix aus Rock, Metal und Punk rumgetobt, als gäbe es kein Morgen. Als Bassist Kazuto Maekawa dann am Bühnengerüst samt Bass hochkletterte, war mir dann doch ganz anders, denn er schwankte übel und ich stand mit der Kamera direkt darunter. Nackig gemacht hat sich der Drummer diesmal nicht ganz – nur das Shirt, was wohl daran lag, dass es nicht Tomoharu ´Gian´ Ito war, sondern ein Sessiondrummer, der ihn vertrat. Akihito Morimoto gab echt alles und griff zwischendurch immer mal an seinen am Gürtel befestigten Talismann – ein Plüschelefant.

Zum Schluss stürzte sich ein Fan im Kostüm mit rotem Schlauchboot in die Menge. Herrlich, aber leider zu kurz!
(sa)

Tag 2 – Freitag, 03 August 2007

Suidakra
Freitag, 11:00 – 11:45
Black Stage

Wer hier nicht wach wurde ist tot. Suidakra legten eine prima Show hin, in der ein seltsam anmutender Dudelsackspieler mit an Bord war. Mit ihrem neuen Stil in dem Folk maßgeblich ist, haben sie jetzt wohl ihren Stil gefunden, und der klingt nicht schlecht.

Eigenwerbung wurde insofern betrieben, dass die gesamte Band (mit Ausnahme des Dudelsackmanns) Shirts ihres neuen Albums „Caledonia“ trug. Zum Schluss wurde der Band allerdings der Strom abgestellt, aber das war nicht tragisch, denn sie waren eh grade bei den obligatorischen Danksagungen angelangt.
(sa)

Randprogramm ein Feuerchen

Schon in die Warteschlange am Photopit für Amorphis eingereiht, wurde es plötzlich ziemlich warm im Rücken, da keine zehn Meter entfernt bei der True Stage das trockene Stroh Feuer fing. Glücklicherweise müssen die Feuerwehrmänner direkt um die Ecke gestanden haben, denn in nicht mal einer Minute waren sie vor Ort, leider waren sie wohl aus der Übung, das Feuer wuchs eine Weile weiter lustig vor sich hin, und alle, die mit mir direkt davor standen und nicht weggehen konnten, weil alles voll war, wurden langsam nervös.

Der nette Mann auf der Bühne konnte wohl kein Englisch, denn die Ansage, dass die circa 35.000 Leute in Richtung Black Stage gehen sollen, machte er zwar oft, aber nur in Deutsch, dafür aber jede Menge und viel Kram wie „Wir nehmen das alles auf Video auf, das wird toll!“ oder „Sowas passiert immer, wenn ich keine Kamera dabei habe.“, also wirklich wichtige Dinge. Es bewegte sich kaum was, und die wahnsinnig intelligenten Feuerwehrleute löschten eine ganze Weile von der falschen Seite, sodass riesige Wände von Rauch über die eingepferchte Menge zogen. Erst eine Ansage von dem deutschsprechenden Moderator, dass sie doch bitte von den Leuten weg löschen sollen, fruchtete und sie wechselten die Seite.

20 Meter in meinem Umfeld hatten alle tränende Augen und husteten. Als das Feuer dann gelöscht war, hieß es, dass Amorphis erstmal verschoben werden – was sinnvoll war, denn bei dem Rauch wäre das eh nichts geworden. Leider hab ich aufgrund knallroter Augen aus denen die Kontaktlinsen raus mussten meinen Fotoeinsatz bei Amorphis verpasst.
(sa)

Amorphis
Freitag, 12:00 – 12:45
True Metal Stage

Der Löwenanteil des sehr gelungen Sets, setzt sich aus Songs des aktuellen Albums „Eclipse“ zusammen. Von dem stammen dann auch prompt die ersten drei Songs. Danach starten die Finnen eine Zeitreise, angefangen von „Against Widows“, über „In The Beginning“ bis hin zu den frühen Tagen („Sign From The Northside“ vom Debüt). Die Finnen zeigen über die gesamte Show hinweg eine engagierte und motivierte Leistung, vor allem Neu-Sänger Tomi Joutsen fühlt sich in seiner Rolle sichtlich wohl und kann in den Kategorien „Beweglichkeit“ und „Agilität“ gegenüber seinem Vorgänger punkten. Und der bessere Sänger ist er auch. Das zeigt sich beim anspruchsvollen Wechsel zwischen den wundervoll klar gesungenen Parts und den Growls. Dass er diese auch gut beherrscht, zeigt er zweifelsfrei bei den älteren Songs und sollte hiermit auch die letzten Nörgler zur Ruhe gebracht haben. Überraschungen in der Setlist gibt es leider keine. Das liegt aber nur am hirnrissigen Kameramann. Durch die Verschiebung sind AMORPHIS die einzige Band, deren Auftritt man nicht auf der großen Videowand zwischen den Bühnen mitverfolgen kann. Ist ja auch nicht weiter schlimm. Das einzige, was der Kameramann aber vor seinem Streik noch macht, ist 30 Sekunden lang voll auf die Setlist am Bühnenboden zu halten. So ist es dann wenig überraschend, dass Amorphis mit „Black Winter Day“ einen soliden, aber nicht umwerfenden Gig beenden.
(Raphi / Metal.de)

Napalm Death
Freitag, 12:55 – 13:40
Black Stage

Dass die Birminghamer Arbeiterkinder von Napalm Death nach dem Brand vor der „True Metal Stage“ verfrüht auf die Bühne müssen, führt leider dazu, dass viele, die erst zum eigentlichen Beginn kommen, nur noch den Schluss einer intensiven und durch und durch guten Show mitkriegen. Trotzdem hat sich eine ansehnliche Fan-Schar vor der „Black Stage“ versammelt, als die Grindcore-Legende mit „Sink Fast Let Go“ vom aktuellen Album „Smear Campaign“ loslegen. Der Sound ist gut, die Setlist erstreckt sich über ganz altes „Scum“-Material bis hin zu den Songs der letzten Alben und Sänger Mark „Barney“ Greenway geht so dermaßen ab, dass man bald befürchtet, er müsse wegen epileptischen Anfällen die Show abbrechen. Gewürzt wird das Ganze von Barneys linkspolitischen und kirchenkritischen Ansagen, von denen man in einer (bestenfalls) unpolitischen Szene zwar nicht unbedingt etwas halten muss, aber er hat das Publikum auf seiner Seite und wegen seines typisch englischen, trockenen Humors werden die Statements auch nicht langweilig. Den Abschluss des Sets macht das obligatorische „Nazi Punks Fuck Off“, welches gewohnt treffsicher heruntergeschmettert wird, und alle, die das Glück hatten, die Plan-Änderung mitbekommen zu haben, gehen glücklich vom Platz.
(Death Angel / Metal.de)

Therion
Freitag, 14:30 – 15:30
True Metal Stage

Therion haben mich bereits auf ihrer vergangenen Tour ziemlich weggeblasen, so dass die große Menschenmenge wenig verwundert. Im Gegensatz zu früher vereinigt man mittlerweile eine nahezu optimale Personenkonstellation auf der Bühne, um eine unterhaltsam-kurzweilige und dennoch anspruchsvolle Rock-Show gekonnt in Szene zu setzen. Der orchestrale Bombast wird im Vergleich zu den Platten der Schweden dezent zurückgefahren und durch ein deutliches Plus an Spielfreude kompensiert. Bereits der monströse Opener „Rise Of Sodom And Gomorrah“ zeigt, dass die Kompositionen dadurch nicht das geringste Stückchen ihrer Faszination verlieren, sondern sogar erheblich von der spontaneren Note profitieren. Die Instrumentalfraktion ist mit den technisch brillianten und extrem cool posenden Niemann-Brüdern, Taktgeber Petter Karlsson und natürlich Mastermind Christofer Johnsson hervorragend besetzt. Letzterer hat mittlerweile den Growl-Gesang komplett an den überragenden Snowy Shaw abgegeben, über dessen starke Stimme und charismatische Bühnenpräsenz man eigentlich längst keine Worte mehr verlieren muss. Mit Katarina Lilja und der ehemaligen Aeama Daeva-Sängerin Lori Lewis hat man endlich zwei Sängerinnen gefunden, die nicht nur die reinen Opern-Passagen treffsicher intonieren, sondern zwischendurch auch mühelos in einen rockigeren Gesangsstil umschalten können. So nebenbei machen die beiden – nicht nur im direkten Vergleich mit den voluminösen Opern-Fregatten der Therion-Vergangenheit – auch optisch einiges her. Trotzdem fehlt am frühen Nachmittag auf der großen Festivalbühne die geballte Erotik der Club-Konzerte, die garantiert dem ein oder anderen Metalhead feuchte Träume beschert haben dürfte.

Das Sänger-Quartett wird nun durch Thomas Vikström (Mehida, ex-Candlemass) komplettiert, der jedoch die gewaltigen Fußstapfen seines Vorgängers Mats Leven noch nicht vollständig ausfüllen kann. Das stimmungsvolle Bühnenbild, in das sich auch die Klamotten der Musiker und Sänger hervorragend einfügen, kennt man schon von der „Gothic Kabbalah“-Tour. Bei strahlendem Sonnenschein kommt jedoch keine wirklich düstere Stimmung auf. Das flatternde Bild einer gotischen Kathedrale als Backdrop liefert einen wilden Kampf mit dem Drummer, der immer wieder fast eingehüllt wird. Dass er dennoch stets sauber im Takt bleibt und sich nicht von den Textil-Attacken beeindrucken lässt, zeigt den Profi und verdient Anerkennung. Respektabel ist auch die mit Hits gespickte Setlist, die Therion mit „Blood Of Kingu“, „Seven Secrets Of The Sphinx“ oder „Lemuria“ von ihrer besten Seite zeigt. Die Songs vom neuen Album spielen heute nur eine untergeordnete Rolle, gerade „Son Of The Staves Of Time“ stellt jedoch eines der Highlights dar und bietet Neu-Sänger Thomas Vikström die Gelegenheit, sich richtig auszutoben, dennoch kann er dem Vorgänger hier nicht das Wasser reichen. Am Ende darf natürlich „To Mega Therion“ nicht fehlen, das von den Fans begeistert aufgenommen und mitgesungen wird. Eine geile Show, die definitiv Lust auf mehr macht!
(Xeledon / Metal.de)

Possessed
Freitag, 15:30 – 16:30
Black Stage

Mit einer nicht selbst verschuldeten halben Stunde Verspätung übernahmen Possessed sofort nach Therion, die nebenan auf der True Metal Stage aufspielten, und rissen sofort die Aufmerksamkeit der Menge an sich. Das mag zum Teil auch daran gelegen haben, Sänger Jeff Becerra leibhaftig nach 18 Jahren Bühnenabstinenz, trotz seines Rollstuhls in alter Pracht performen zu sehen. Die Band gilt seit ihrem Debütalbum „Seven Churches“ als erste Death-Metal Band, und sie machen diesem Titel auch alle Ehre. Possessed riefen sich mit einem Mix aus den drei bisherigen Alben zurück ins Gedächtnis ihres andächtigen Publikums und meisterten ihr Come-Back mit Bravour! Spätestens bei „Burning in Hell“ wurden sämtliche Dezibelgrenzen gesprengt, und selbst die Härtesten mussten zugeben: das war wirklich laut! Bei dem Song „My Belief“, den der Sänger als sehr persönlich vorstellte, konnten sich dann die noch hörenden Ohren wieder, bei einem zivilisierteren Gitarrensolo und emotionalem Gesang plus etwas Nebel auf der Bühne, entspannen. Nach kurzer Zeit wurde jedoch das so entstandene kurzfristige Dezibel-Loch durch lautstarke PO— SSESSED! Rufe überbrückt. Bei diesem Konzert hat es an nichts gefehlt, Gitarren-, Bass- und Drum-Solos im Wettlauf mit der Zeit, hinterlegt von einer treibenden Doublebass, eben einfach FASTER, HARDER, LOUDER!!!
(kd)

Volbeat
Freitag, 15:30 – 16:30
Party Stage

Mit lauten Volbeat, Volbeat rufen wurden die Dänen auf die Bühne beordert. Ebenso kraftvoll, wie das Publikum die Band einforderte kam der Sound von der Bühne zurück. Die Chemie stimmte von der ersten Sekunde an. Die energiegeladene Performance der Dänen ließ auch in den hinteren Reihen niemanden ruhig stehen. Wen die Bühnenshow nicht gänzlich überzeugte, der wurde auf jeden Fall von der außergewöhnlichen Stimme des Frontmanns Michael Poulsen gefesselt. Die Mischung aus Live Of Agony Sänger Keith Caputo und Elvis war und ist besonders und unterstreicht die Band in ihrer Einzigartigkeit. Nicht allein diese Stimme ließ Volbeat unter zig Bands heraus stechen, auch die ungewöhnliche Zusammensetzung der Musikstile tat ihren Teil dazu bei. Metal vereint mir Rockabilly und einem Hauch Country, das soll den Jungs erst einmal einer nachmachen! „Soulweeper“, The Garden´s Tale“ und „The Human Instrument“ sind nur einige wenige Songs die Volbeat der Menge entgegen schmetterten. Eine nette Abwechslung bot auch die Westerngitarre, mit der Michael Poulsen einigen Songs das gewisse Etwas verlieh. Bei diesem Gig stimmte einfach absolut alles die Sonne schien, der Sound war gut, die Leute haben gefeiert und die Band strahlte Spielfreude von der Bühne aus.
(me)

Grave Digger
Freitag, 16:30 – 17:30
True Metal Stage

Seit nunmehr 26 Jahren stürmen Grave Digger durch die Hard `n Heavy-Szene und sind kein bisschen müde. Da verwundert es gar nicht, dass das Motto des heutigen Tages „No Fillers – Just Killers„ ist. Songs wie `Knights of the Cross`, `Excalibur` und `Last Supper` werden von der Menge vor der Bühne begeistert aufgesogen und nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Der Chef-Reaper Chris Boltendal dankt es ihr mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht.
(tp)

Turbonegro
Freitag, 17:30 – 18:30
Black Stage

Nachdem die letzten Dudelsäcke auf der „Party Stage“ verhallt sind, wird es Zeit für eine ordentliche Portion politisch unkorrektem Schwuchtel-Rock: Turbonegro! Und was soll man sagen: Turbonegro ziehen ihre Sache durch, machen es gut, haben Spaß, aber ´ne richtige Party sieht anders aus. Sind Wacken und sein Publikum zu traditionell für die unkonventionellen Skandinavier? Oder ist es einfach zu früh am Tag? Wie dem auch sei, gespielt wird eine Mischung aus alten Klassikern, und jede Menge Material von den letzten beiden Alben. Insgesamt scheinen wenige mit dem neuen Material gut vertraut (mich eingeschlossen), was ergo für Stimmungsschwankungen sorgte. Auch auf der Bühne bilde ich mir ein, Turbonegro schon stimmungsvoller und mehr bei der Sache gesehen zu haben. Sei´s drum: Die Jungs sind Profi genug. Sie spulen ihr Programm runter, das Ganze ohne langweilig routiniert zu wirken, und nach „I Got Errection“ lassen mich Turbonegro reichlich ohne Erregung im Stroh stehen. Aber wieso liegt hier eigentlich Stroh rum? Ach, das war ja ein anderes Thema…

J.B.O
Freitag, 18:45 – 19:45
True Metal Stage

Am Freitag Abend, kurz nach der obligatorischen Mittagsruhe, war der ultimative Blödsinn angesagt. Angelockt von riesengroßen pinken J.B.O. Lettern, die bereits die Bühne zierten, und einem drängenden Countdown strömten die Neugierigen und bereits Wissenden unter den Festivalbesuchern zur Bühne. Denn die 1989 gegründete, legendäre Spaß-Metal Band aus dem fränkischen Erlangen sollte man um nichts in der Welt verpassen, so heißt es. Um das Wacken-Publikum für sich zu gewinnen, begannen die Spaßvögel zunächst erst einmal mit etwas „Rock Muzik“, um dann sofort ohne große Umschweife zur „Verteig(er)ung des Blödsinns“ überzugehen. Bezaubert von der Hingabe seiner Fans lies sich Hannes, zuständig für „Wüstgesang“ und Gitarre, zu den Worten: „Wacken ihr seid sooo süß!“, hinreißen, was auf die meisten in J.B.O.-Pink gekleideten Hartmetaller auch zutraf. Unter Gastauftritten eines fröhlich hüpfenden Sensenmanns während „Faulheit siegt“, einer blond bezopften Dirndl-Britney und etwas Situationskomik lies es sich ganz gut aushalten, denn auch für die nicht so textsicheren Zuhörer war gesorgt: Hilfestellung boten große Tafeln, die, dank Kamera plus Großleinwand, auch die Entferntesten erreichten. J.B.O. macht eben nur Spaß!
(kd)

Vier Ohren – Zwei Meinungen

Zugegeben: J.B.O. sind Geschmackssache und mein Geschmack sind sie nicht. Fakt ist aber auch, dass ein Großteil des Publikums das anders sieht. Dementsprechend steppt trotz der sommerlichen Temperaturen der Bär. Das gewohnte musikalische Programm wird von den Franken immer wieder durch witzige Ansprachen und vertonte Reime aufgelockert. So kriegen u.a. Britney Spears, Sido und Edmund Stoiber ihr Fett weg. Als J.B.O. ihren Set nach einer Stunde beenden, dürfte kaum ein Auge trocken geblieben sein. So viel Blödsinn muss auch bei einem Metal-Festival erlaubt sein!
(tp)

Lacuna Coil
Freitag, 20:00 – 21:00
Black Stage

Auf Grund ihres Erfolges in letzter Zeit dürfen Lacuna Coil dieses Jahr zu fortgeschrittener Uhrzeit ran. So ziehen die düsteren Töne der Italiener am frühen Abend eine beachtliche Menschenmenge vor die Black Stage. Auffällig ist, dass der Frauenanteil erstaunlich hoch ist. Man hätte doch denken können, dass eine gute Frontfrau insbesondere den männlichen Teil der Besucher anspricht. Alles in allem schlagen sich Lacuna Coil recht achtbar, wenn man bedenkt, dass ihr KORN-artiger Sound mehr schlecht als recht zum Rest des Programms passt. (tp)

Enslaved
Freitag, 20:00 – 21:00
Party Stage

Mit ihrem unverkennbaren melodischen Viking/Prog/Black Metal-Stil mischten die Norweger den Party Stage auf. Diese Poser par excellence sind ansteckend, denn überall um mich herum wurden die Luftgitarren ausgepackt und gemosht was das Zeug hält. Enslaved hatten auch den besten Sound auf dieser Bühne erwischt. Grutle Kjellson und seine Mannen boten einen sehr gelungener Auftritt, der soundmäßig, atmosphärisch und auch von der Performance in meine Top 5 des diesjährigen Wacken gehört.
(sa)

Blind Guardian
Freitag, 21:15 – 22:45
True Metal Stage

Zu Blind Guardian haben sich dann alle 72.000 Anwesenden vor der Bühne eingefunden. So scheint es zumindest, da das Gelände vom Eingang bis zum Fotograben eine einzige Menschenmenge ist. Die Krefelder wählen mit `Into the Storm` einen gewohnten Einstieg und werden ab der ersten Sekunde frenetisch abgefeiert. Die Security im Graben muss Schwerstarbeit verrichten, um die im Sekundentakt heranschwebenden Surfer verarbeiten zu können. Guardian präsentieren sich heute von ihrer besten Seite: Tight, spielfreudig und unterhaltsam. So perfekt habe ich sie selten auf der Bühne erlebt!

Musikalisch bieten die Fantasy-Metaller einen Best-of-Set, der um einige neue Songs angereichert wurden. So kommt u.a. `Otherland` zum Zuge, welches auf der laufenden Tour nur selten berücksichtigt wurde. Optisch wird die Darbietung höchst anspruchsvoll durch Lightshow und Videoprojektionen unterstützt.
Fazit:Anno 2007 werden Blind Guardian live immer mehr zu einem Gesamtkunstwerk!
(tp)

Dimmu Borgir
Freitag, 23:00 – 00:15
Black Stage

Ob die Düsterheimer von Dimmu Borgir es schaffen live mitzureißen, oder so gar nicht, hängt zum großen Teil von Shagraths Tagesform ab. Glücklicherweise schien er einen guten Tag gehabt zu haben und die Band schaffte es diesmal ihre besonderen atmosphärischen Welten aufzubauen und das Publikum mitzunehmen. Das Licht, die Show, die Songauswahl in der kein Hit fehlte – alles sehr gelungen. Auch das neue Material kam super an. Einzig beim Sound habe ich etwas zu meckern, denn die Gitarren gingen zumindest da wo ich stand (seitlich links) sehr unter. Ich habe allerdings danach gehört dass mittig und rechts nichts am Sound auszusetzen gewesen sein soll.
(sa)

Schandmaul
Freitag, 23:00 – 00:15
Party Stage

Ein besonderer Leckerbissen für alle Metalheads, die ebenfalls auf Dudelsäcke und Flöten stehen, bot dieses Jahr Schandmaul. Vom Genre sicherlich ein wenig fragwürdig für das größte Metal-Festival der Welt, jedoch bewies das Publikum vor der Bühne das dies nicht sonderlich wichtig war. Der Platz vor der Party-Stage war prall gefüllt, in den vordersten Reihen durfte man keine Platzangst haben. Stagediver gab es bei Schandmaul zwar nicht dafür gab es andere Attraktionen. Nach Bitten von Sänger Thomas Lindner hockte sich die ganze Meute vor der Bühne hin, um auf sein Kommando wieder in die Höhe zu springen. Das brachte die müde gewordenen Knochen wieder in Schwung und es wurde getanzt, was das Zeug hielt. Die Leute weiter hinten nutzten ihren Platzvorteil und hielten ihre Beine nicht mehr zurück. „Walpurgisnacht“, „Vogelfrei“ und „Kein Weg Zu Weit“ sind nur einige Beispiele zu denen geschunkelt und getanzt wurde. Vereinzelt schwangen sogar einige Herren ihre Haarpracht zu den schnelleren Gitarrenparts. Auf die schönen Geschichten, die Thomas Lindner immer erzählt musste allerdings überwiegend verzichtet werden, die Zeit war einfach zu kurz. Die Zugabe war aber, wenigstens für die weiblichen Fans, noch mal ein Highlight. Die Ballade „Dein Anblick“ wurde der krönende Abschluss des Schandmaul-Gigs in Wacken.
(me)

Fastway
Freitag, 00:40 – 01:25
W.E.T Stage

Wer will geniale Gitarrensoli hören? Naja, an der Zuschauerzahl im W.E.T. Zelt bemessen wollten die meisten lieber Iced Earth, einem der Headliner, auf der True Metal Stage lauschen, als Eddie „Fast“ Clarke, Ex-Motörhead Gitarrist und lebende Legende bewundern. Für das diesjährige Wacken Open Air wurde die 1983 gegründete Hard-Rock Band Fastway wiederbelebt. Hier kamen Fans von 70s bis 80s Rock voll auf ihre Kosten, Fastway lassen einen an Led Zeppelin, Guns N`Roses aber auch Europe denken… „Steal the Show“, ein klassisches Stück 80s Schweinerock, wurde von einigen unschlüssigen Festivalstreunern beim Wort genommen, und so füllte sich das Zelt nach und nach auf immerhin die Hälfte. Diejenigen, die Fastway neben Iced Earth eine Chance gegeben haben, bereuten das sicher nicht. Wir genossen alle gemeinsam ein stimmungsvolles Konzert, gespickt mit beeindruckenden Gitarrenparts im fast schon familiären Rahmen.
(kd)

Iced Earth
Freitag, 00:30 – 01:45
True Metal Stage

Die Mannen um Jon Schaffer steigen mit `Burning Times` in ihren Set ein und begeistern von der ersten Sekunde an. Man merkt ihnen, gerade Jon, den Spielhunger und die -freude an. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der letzte Auftritt in Wacken fast 10 Jahre her ist. Iced Earth trumpfen mit einem Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen auf und präsentieren sogar zwei brandneue Songs, die die Vorfreude auf das demnächst erscheinende Album noch steigern. Nicht nur der Sound und die Songs sing gewaltig, sondern auch die Bühnenerscheinung des Masterminds. Selten habe ich solche beeindrucke Präsenz eines Gitarristen gesehen. Erwähnt sei aber auch Sänger Tim Owens, der eine klasse Gesangsleistung bietet und auch bei den alten Barlow-Songs eine gute Figur macht.
Auf Grund der begrenzten Spielzeit von 75 Minuten müssen Iced Earth leider auf das grandiose `Ghettysburg`-Epos verzichten. Dennoch hinterlassen die Amerikaner einen grandiosen Eindruck und sind für mich DIE positive Überraschung des gesamten Festivals.
(tp)

Die Apokalyptischen Reiter
Freitag, 02:00 – 03:00
Black Stage

Obwohl die Apokalyptischen Reiter noch gar nicht auf der Bühne waren, sah man reihenweise in die Luft gestreckte Hände und hörte Jubelschreie. Der Grund dafür war Sänger Fuchs, der sich zum Auftakt des Gigs von der Bühnendecke abseilte. Ein gelungener Start, der selbst die müden Geister vor der Bühne nachts um zwei wieder wach rüttelte. Alt bekannt und beliebt, verbrachte Dr. Pest den Gig Keyboard spielend in seinem Käfig. Natürlich durfte da eine holde Schönheit nicht fehlen. Frontmann Fuchs holte sich eine junge Maid aus dem Publikum und nachdem er mit ihr ein Tänzchen auf das Parkett gelegt hatte, sperrte er sie sichtlich erfreut zu Dr. Pest. Aber eine holde Maid war nicht genug. Fuchs hatte sich nicht nur zum Tanzen, sondern auch für die Sangeskünste Unterstützung geholt. Eine weiß gekleidete Holde schmetterte mit ihm ein Duett. Schön anzusehen war nicht nur die blonde Holde, sondern auch die Pyroshow der Reiter. Feuerfontänen erhellten das Festivalgelände in Wacken. Songs spielten sie überwiegend vom aktuellen Album, „Revolution“, „Friede Sei Mit Dir“ und natürlich „Riders On The Storm“. Die Fans feierten jeden Song, als wäre es der Letzte. Die ausgelassene Stimmung auf und vor der Bühne machte den Auftritt der Reiter zu einem der Besten des gesamten Festivals.
(me)

Samael
Freitag, 02:00 – 03:00
Party Stage

Samael schafften es die größtenteils todmüden Massen noch einmal wiederzubeleben. Sänger Vorph bemüht sich mit sehr viel Gefühl in jede Strophe eine düstere kalte Stimmung aufzubauen – was ihm auch gelingt – wenigstens solange man nicht zu dem wie ein Flummi hüpfenden breit grinsenden Bassisten Mas rüber sieht. Herrlich lustig. Außerdem ist einfach genial die Samael Klassiker in dunkler Nacht zu hören. Leider ging mir nach der Hälfte des Auftritts die Puste aus, was aber mehr an unbequemem Schuhwerk als an der Band lag, die bis dahin ein wunderbares Konzert hinlegten.
(sa)

Samstag, 03 August 2007

Forum Band – Victims Of Madness
Samstag, 12:00 – 12:20
W.E.T. Stage

Es ist jedes Mal ein lustiges Highlight sich früh aus den Federn zu quälen um sich die Victims Of Madness anzusehen. Die Musiker auf der Bühne haben noch nie geprobt und sich übers Internet kennen gelernt. Genauso klingt es dann meist auch. Der erste Song war nichts für verkaterte Langschläfer die dummerweise ihre Ohrstöpsel vergessen hatten. Da kamen wirklich nur die ganz harten durch. Beim zweiten Song, einem Saxon Cover „Princess Of The Night“ und ausgewechselten Musikern konnte man schon eher hinhören und das Gepose des Sängers war schon fast süß. Das Iron Maiden Cover „Run To The Hills“ war aber am gelungensten. Herrlicher Spaß und noch genug Zeit um die zweite Hälfte von Disillusion zu schaffen. Bis zum nächsten Jahr ihr VOMler.
(sa)

Sonic Syndicate
Samstag, 12:00 – 12:45
Black Stage

Für die Newcomer von Sonic Syndicate dürfte sich zur Zeit ein Traum nach dem nächsten erfüllen: Zunächst der Plattenvertrag mit dem Branchenriesen Nuclear Blast, dann das Album, dass überall hervorragend aufgenommen wurde und nun auch noch eine Auftritt auf der Main Stage in Wacken. Dabei wird der Siebener seinen Vorschusslorbeeren durchaus gerecht und präsentiert sich agil, spielfreudig und sicher. Erstaunlich ebenfalls, dass sich für die frühe Uhrzeit eine bereits beachtliche Menschenmenge vor der Bühne eingefunden hat. Sollte auch das nächste Album die Erwartungen erfüllen, sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Sonic Syndicate das nächste Mal nicht zu einer besseren Uhrzeit spielen dürften.
(tp)

Disillusion
Samstag, 12:00 – 12:45
Party Stage

Leider habe ich von Disillusion nur die letzte Viertelstunde mitbekommen, da ihr Auftritt gleichzeitig mit der Forumband startete, die ich keinesfalls verpassen wollte. Diese 15 Minuten reichten mir aber um mir einen Eindruck von den Livequalitäten der neuen Besetzungsmitgliedern zu machen. Alex Tscholakov, der schon vorher mal bei Disillusion zu sehen war und Alla Fedynitch (Enemy Of The Sun, Ex-Pain) scheinen eine Bereicherung für die Band zu sein, deren Sound satter als gewohnt klang. Andy Schmidts knödelige Stimme empfinde ich allerdings immer noch als nervig. Also, all jene, die seine Stimme mögen, werden den Crossover Metal Frühschoppen genossen haben, denn sonst gab es nichts auszusetzen.
(sa)

Sacred Reich
Samstag, 12:50 – 13:50
True Metal Stage

Trotz der 10 in der Zwischenzeit verstrichenen Jahre mobilisierten Sacred Reich problemlos alle ihre „Schläfer“ und vereinten sie zu einer internationalen „One Nation“ in Wacken, Germany. Sänger und Bassist Phil Rind bedankte sich ordnungsgemäß für diese Treue, die jetzt schon 20 Jahre Bandgeschichte überdauert.e Sacred Reich spielen amerikanischen Thrash bis Speed Metal mit durchaus melodischen Momenten und ziemlich politischer Thematik. Songs wie „The American Way“, „One Nation“, „Ignorance“ oder „Independance“ sprechen für sich. Die Band aus Phoenix, Arizona, bemühte sogar den Black Sabbath Klassiker „War Pigs“ und animierten das Publikum zum Mitsingen, damit ihre Haltung gegenüber der amerikanischen Außenpolitik, damals wie heute, auch noch dem letzten klar würde. Diese Cover-Version hat sehr viel Spaß gemacht, vor der Bühne entstand sogar ein Circle-Pit! Sacred Reich sind eine sehr sympathische Band, die ich nur weiterempfehlen kann.
(kd)

Moonspell
Samstag, 13:55 – 14:40
Black Stage

Ich habe schon öfter festgestellt, dass Moonspell im Sonnenschein einfach nicht wirklich wirken. Das ist so wie Samael, Dimmu Borgir, oder Immortal bei Wassereis und Fächer – no go! Dem zu Trotze gaben Fernando Ribeiro alles und ließen einen nach etwas längerer Anlaufzeit und recht matschigem Sound doch noch mitschwingen. Zum Ende hin hatten die Portugiesen – die ein tolles Bühnenbild hatten – das Publikum sogar richtig in ihren Bann gezogen und dann… ja, dann kam noch „Alma Mater“ und dann war es vorbei. Es mag daran liegen, dass die erste Hälfte bei knallender Sonne schleppend lief und erst später der Bann gebrochen war, aber dieses Konzert kam nicht nur mir viel zu kurz vor. Hoffentlich ergattern Moonspell beim nächsten Wacken einen Spätabend Slot.
(sa)

Heaven Shall Burn
Samstag, 13:55 – 14:40
Party Stage

Der Himmel brannte zwar nicht, aber vor der Bühne musste es ungefähr genauso heiß gewesen sein. Kaum waren Heaven Shall Burn auf der Stage, waren die Fans nicht mehr zu halten. Nicht mal einen Song ließen sie sich zum Aufwärmen Zeit, schon wurden die ersten Bodydiver von der Security aus der Menge gezogen. Da verdüsterten sich, vor Anstrengung, sogar die Gesichtszüge der sonst so freundlichen Security-Herren. Sänger Marcus Bischoff forderte die Meute immer wieder auf, sich von der Menge tragen zu lassen, was der Security keinen leichten Job bescherte. Genauso schwungvoll wie in der Menge, ging es auch auf der Bühne zu. Als wäre er hyperaktiv bewegte sich Marcus Bischoff von einer Ecke zur anderen. Seine Bandkollegen ließen sich ebenfalls nicht lumpen und nutzten jede Gelegenheit zum Posen. Fans und Band trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Der Moshpit vor der Bühne glich einem wild gewordenem Ameisenhaufen. Wer an diesem Punkt dachte, dass die Meute hart drauf ist, der hatte die „Wall Of Death“ noch nie gesehen. Immer wieder eingefordert von den Fans ließ Marcus Bischoff sich erweichen. Kurzer Hand teilte er die Menge in zwei Hälften und ließ diese auf sein Kommando aufeinander zulaufen. Zum Glück gab es keine Verletzten. Fans und Band hatten sichtlichen Spaß. Nach viel zu kurzen 45 Minuten mussten sie sich dann wieder voneinander trennen, auch wenn beide Parteien die Show gerne noch weiter genossen hätten.
(me)

Stratovarius
Samstag, 14:45 – 15:45
True Metal Stage

Die Mannen um Timo Tolkki finden mit `Hunting High and Low` einen hervorragenden Einstieg in ihren Set. Man merkt ihnen die zurück gewonnene Spielfreude durchaus an. Leider fällt die Stimmung im Laufe des Sets trotzdem etwas nach unten ab. Stratovarius kann man aber trotzdem eine gute, solide Show bescheinigen. In dieser Form ist (auch auf Platte) mit der Virtuosentruppe auf alle Fälle wieder zu rechnen.
(tp)

Rage
Samstag, 17:15 – 18:30
True Metal Stage

Für Rage stellt die heutige Show ein Jubiläum dar: Genau 10 Jahre ist es her, dass sie mit dem Lingua Mortis-Orchester zum ersten Mal in Wacken gespielt haben. Los geht es mit einer bunten Mischung quer durch die Bandhistory, bevor man gegen Mitte des Sets dann das überlange „Lingua Mortis-Medley„ auspackt. Alles in allem ein gelungener Auftritt, lediglich die kurzen Orchesterpassagen, bei denen die Band die Bühne verlässt, nerven etwas. Was am Anfang noch recht interessant war, wurde mit fortschreitender Zeit einfach nur langweilig. Trotzdem war es klasse, die Klassiker auch live mal in einem kraftvollen Orchester-Metal-Gewand zu hören.
(tp)

Norther
Samstag, 18:45 – 19:45
Party Stage

Mit gutem Sound und coolen Sonnenbrillen – die bei dem Wetter wohl nicht nur die dekorative Funktion hatten – legten die fünf Finnen los. Mit ihrem eingängigen Old School Thrash/Death brachten Norther neben einer Menge finnischer Flaggen auch die Mähnen zum fliegen. Die Zeit in der Norther noch etwas unsicher wirkten ist endgültig vorbei. Für meine Gefühle war die Show allerdings etwas zu routiniert.
(sa)

Destruction
Samstag, 18:45 – 20:00
Black Stage

Dann lockt das deutsche Thrash-Urgestein Destruction vor die „Black Stage“
und die Fans traben an: Bis weit hinten stehen die Leute, wenn auch gemütlich, weil man sich nicht direkt vor die Bühne quetscht. Und kaum stehen die Mannen um Chef-Zerstörer Marcel „Schmier“ Schirmer auf der Bühne, werden auch schon Klassiker wie „Mad Butcher“ oder „Death Train“ geschmettert, bevor zum Song „Alliance Of Hellhoundz“ vom letzten Album „Inventor Of Evil“ die Gäste auf die Bühne kommen: Peavy von Rage, Blitz von Overkill, Oddleif Stensland von Communic, Onkel Tom und Ex-Gitarrist Harry Wilkens. Eine nette Einlage, die aber nicht davon ablenken kann, was Destruction vor allem anderen sind: routiniert. Das führt im Laufe des Auftritts zu leichter bis mittelschwerer Langeweile, was auch dem Publikum anzumerken ist – zwar geht´s vorne gut ab, aber dahinter wird gemütlich gestanden und höchstens höflich applaudiert. Eine Show, die man sich angucken kann – als Fan sogar sollte –, aber man darf sich seine Kräfte auch ruhig für die späteren Bands aufheben.
(Death Angel / Metal.de)

Turisas
Samstag, 19:05 – 19:50
W.E.T. Stage

Von der Decke tropfte es schon als Turisas in der völlig überfüllten Sauna namens W.E.T Stage mit „To Holmgard and Beyond“ loslegten. Ich zerfloss förmlich und mochte gar nicht daran denken wie es den in dicke Schminke und Kunstpelze gehüllten Finnen gehen mochte. Turisas blieben aber tapfer und ließen keine Durchhänger erkennen und heizten der Masse noch mal richtig ein. Ihre Kostüme sind ähnlich wie bei Lordi Geschmackssache und ich finde sie einfach lächerlich, aber zum fotografieren waren sie toll. Musikalisch haben Turisas mit ihrem Battle Metal ganz auf der Linie gelegen und scheinen das nächste Mal eine größere Bühne zu verdienen.
(sa)

Type O Negative
Samstag, 20:15 – 21:30
True Metal Stage

Ist das wirklich Pete Steele? Diese Frage haben sich so einige Fans gestellt, die Type O Negative seit langer Zeit nicht mehr gesehen hatten. Gezeichnet von seinen Exzessen, aber anscheinend in gemäßigt guter Stimmung betrat die Ikone mit seinen Bandkollegen die True Metal Stage in Wacken. Den Fans bot sich das übliche Bild. Nebst diversen Wasserflaschen standen Wein und Jägermeister für Mr. Steele bereit. Es wurde natürlich überwiegend der Alkohol verzehrt, was denn auch sonst. Was allerdings nicht wie üblich klang, war die Stimme von Pete Steele, eher dünn schallte sie durch die Boxen. Viele Songparts wurden gesanglich von seinem Bandkollegen Kenny Hickey unterstützt oder sogar ganz übernommen. Spielfreude oder Spaß an der Interaktion mit dem Publikum suchte man bei diesem Gig vergebens. Zwischen den einzelnen Songs verschwand die Band immer wieder hinter der Bühne, so dass man sich jedes Mal fragte, ob sie überhaupt noch wieder kommen würden. Sie spielten zwar viele ihrer Topsongs: „Black Nr. 1“, „My Girlfriends Girlfriend“ oder „Bloody Kisses“ jedoch klang alles wie banales Runtergeleier. Den Höhepunkt der Enttäuschung bildete der vorzeitige Abgang der Band. Nach ca. 45 Minuten, die Pausen inklusive, verließ Type O Negative die Bühne und hinterließ massenweise ahnungslose, wartende und Enttäuschte Fans.
(me)

Immortal
Samstag, 21:45 – 23:00
Black Stage

Sie sind wieder da. Abbath, Horgh und Apollyon stehen seit April wieder zusammen auf der Bühne und auf dem Wacken zum ersten Mal auf einer deutschen. Irgendwie ist es fast als wären sie nie weg gewesen. Songs wie „Battles Of The North“, „At the Heart of Winter“ und „Blashyrkh“ gewann das Trio spielend die alten Fans zurück. Leider war der Sound viel zu leise und einiges ging so unter, aber die offensichtliche wieder gefundene Spielfreude und der Kultfaktor hat es wieder rausgerissen. Diesmal wurden auch keine Teddies auf die Bühne geworfen, wie es zum Schluss bevor sie die Pause einlegten fast schon Regel war. Mit Pyrotechnik, toller Lichtshow, Feuerspuckeinlagen, jeder Menge Grimassen und ein wenig Publikum veräppeln liefern Immortal trotz zu leisem Sound eine würdige Show ab.
(sa)

In Flames
Samstag, 23:15 – 00:30
True Metal Stage

Was folgt ist eine Lehrstunde in Sachen Modern Metal / Melodic Death Metal: In Flames brennen ein Hitfeuerwerk ab, dass sich gewaschen. Schnell wird einem klar, wie viele Metalhymnen die sympathischen Schweden mittlerweile in ihrem Fundus haben. Ob nun ältere Songs wie „Colony„ oder „Episode 666„ oder neuere Smasher der Marke „Take this Life„ oder „The Quiet Place„: alles zündet und wird frenetisch abgefeiert. In Sachen Stageacting merkt man, dass In Flames die zahlreichen Support-Touren für Giganten wie Slayer, Priest und Metallica gut getan haben. Sie nutzen die Bühne mittlerweile gekonnt aus und treten auch angesichts der gewaltigen Menschenmenge vor der Bühne routiniert auf. Routine – die aber nicht mit Langeweile gleichzusetzen ist. Ganz im Gegenteil: Selten hatten In Flames so viel Spaß und Spielfreude bei einem Auftritt. Selten war die Kommunikation mit dem Publikum derart unterhaltsam. Dazu kommt eine aufwendige Licht- und Pyroshow. Klasse, so macht Metal Spaß!
(tp)

Haggard
Samstag, 00:45 – 01:45
Party Stage

Mögen noch so viele Bands ihre Musik derzeit unter dem „Metal meets Classic“-Banner anpreisen (lassen), eine wirklich gleichberechtigte Vereinigung von Orchestermusik und Metal-Elementen hat bislang nur eine einzige Band erreicht – und das sind eben Haggard, die wahrscheinlich kopfstärkste Band des Festivals. Hier wird weder simple Rockmusik durch orchestralen Bombast ergänzt, noch werden klassische Musikstücke auf der E-Gitarre neu interpretiert. Vielmehr vereinen die Bayern um den fülligen Gitarristen Asis sowohl im Songwriting als auch bei der Umsetzung auf der Bühne die Herangehensweisen von Rockmusik und Klassik und kreieren daraus etwas absolut einzigartiges. Die Fandichte vor der Bühne ist zwar nicht so hoch wie bei Schandmaul am Vortag, dennoch weiß ein nicht unbeträchtlicher Teil der W:O:A-Besucher die anspruchsvolle Musik auch am Ende des dritten anstrengenden Festivaltages noch zu schätzen. Die beiden Hammerscheiben „Eppur Si Muove“ und „Awaking The Centuries“ werden mit den wichtigsten Titeln gewürdigt, wobei es bei nur einer Stunde Spielzeit und einem Hang zu ausschweifenden Kompositionen nicht einfach ist, die richtigen Songs für eine solche Show herauszusuchen. Leider lässt das neue HAGGARD-Album schon viel zu lange auf sich warten, als kleine Entschädigung gibt die Band heute jedoch einen kleinen Vorgeschmack darauf. Hier auf den ersten Blick wirklich richtig durchzusteigen und das Songmaterial wirklich zu verstehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der erste Eindruck klingt aber vielversprechend, so dass ich umso mehr hoffe, dass die Platte bald fertiggestellt wird und in die Läden kommen kann. Immerhin ehrt es Asis und seine Mannen, dass sie – aufgepasst, Herr DeMaio! – lieber die Nerven der wartenden Fangemeinde noch ein wenig strapazieren, als einen unausgereiften Schnellschuss unters Volk zu hauen. Und da Haggard in jeglicher Hinsicht absolut einzigartig sind, besteht derzeit keine Gefahr, dass das Bandkonzept in irgendeiner Form langweilig werden könnte. Für meinen Geschmack geht dieser Gig definitiv viel zu schnell zu Ende.
(Xeledon / Metal.de)

Cannibal Corpse
Samstag, 00:45 – 01:45
Black Stage

Samstagabend, 0.45 Uhr die Black Stage des Wacken Open Air war in dunkles Licht gehüllt. Rote und blaue Scheinwerfer ließen einige Gestalten auf der Bühne erahnen. Es waren Cannibal Corpse. Die Menschenmenge vor der Black Stage begrüßte eine der größten Death-Metal-Bands der Welt mit tosendem Gejohle. Kaum schmetterten die Corpse los, war der Moshpit ebenfalls in gange. Haare tausender Leute wirbelten im Kreis und taten es der Mosh- Ikone George „Corpsegrinder“ Fisher gleich. Fisher, der sich einen Nacken wie ein Stier gezüchtet hat, war der Menge aber immer einen Dreh voraus. Dass er bei dieser Perfektion, den Kopf in einer unglaublichen Schnelligkeit kreisen zu lassen, nicht abhob wie ein Hubschrauber verdanken wir wohl der Schwerkraft. Die gute Mischung aus alten und neuen Songs kam beim Publikum gut an, wodurch die Stimmung im laufe des Gigs immer ausgelassener wurde. „Fucked With A Knife“ ist nur ein Song, stellvertretend für viele, die die hungrige Meute befriedigten. Der Höhepunkt des Gigs war jedoch ein anderer Song. Viele Jahre hatten die Fans in Deutschland und vor allem in Wacken darauf gewartet, 2007 war es endlich soweit. Cannibal Corpse spielten „Hammer Smashed Face“! Ein Ereignis, über das noch lange gesprochen werden wird.
(me)

1349
Samstag, 00:55 – 01:40
W.E.T. – Stage

Erwartungsfroh stand ich pünktlich zu Vital Remains im Zelt, die das Wacken bei mir schließen sollten. Doch rasch wurde klar, dass daraus nichts werden sollte: Vital Remains konnten nicht spielen, über die genauen Gründe ist mir nichts zu Ohren gekommen. Diese Tatsache sollte allerdings für 1349 kein Grund sein, ihren Auftritt über eine Stunde nach hinten zu verschieben. Nunja, aus unerfindlichen Gründen machten sie es trotzdem, und das pickepackevolle Zelt wartete geduldig. Dann, endlich, ein überlanges Intro, Jubel, zwei Feuerspucker stampfen auf die Bühne und spucken Feuer. Jubel. Intro. Dann den Drummer auf durchgängige 1890 BpM eingependelt, Gitarren eingestöpselt und los geht der diabolische Spaß. Der Menge scheint es zu gefallen, zum Bangen ist es zu eng, weswegen man sich auf elitäres und misanthropisches Rumstehen und gelegentliches Klatschen beschränkt. Mir persönlich geht das Highspeed-Geballer nach zwei Songs so auf die Eier, dass ich mich entschließe, das Wacken lieber bei ein paar Bier ausklingen zu lassen. Cheers!
(Raphi / Metal.de)

Subway To Sally
Samstag, 02:00 – 03:00
True Metal Stage

Subway haben die Ehre, das diesjährige Wacken Open Air beschließen zu dürfen. Zu später Stunde geben sie noch mal Vollgas und mobilisieren die letzten Kraftreserven bei dem Bangervolk. Neben einem festivaltauglichen Best-of-Programm gibt es auch zwei vielversprechende Nummern des in Kürze erscheinenden Albums „Bastard“ zu hören. Zu einer der Hymnen soll am heutigen Tage sogar ein Live-Video entstehen. Mutig, mutig, schließlich kennt das neue Material noch keiner. Aber wie sagt Eric Fish doch so schön: „Tut einfach so, als würdet ihr den Song schon seit 10 Jahren kennen!„. Darum lässt sich die Menge nicht zweimal bitten und geht steil, wie bei den zahlreichen Klassikern der Band.
Als Fazit bleibt zu sagen, dass STS mit einem soliden Auftritt ein WOA beschließen, welches zwar unter keinem guten Stern stand, aber dennoch super gelaufen ist und mächtig Spaß gemacht hat. Bis zum nächsten Mal!
(tp)

Das Wacken war dieses Jahr zwar hoffnungslos überfüllt, aber auch wenn es hier und da gehakt hat, ist es doch eine Mammutleistung der Organisatoren gewesen und ein schönes Line Up. Auch wenn viele von uns danach wieder mal krank im Bett lagen, sagen wir wieder: Auf ein Neues im nächsten Jahr!

Text: Timo Pässler (tp), Maike Eisenmenger (me), Katrin Dietl (kd), Samira Alinto (sa) and the Metal.de – Crew; transl. K. Dietl, Kathleen Gransalke
photos: Timo Pässler, Maike Eisenmenger, Melanie Haack, Samira Alinto
blindguardian2

Contributors

Samira Alinto

Samira Alinto

Reportagen, Reviews, Fotos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.